Gemeinde stoppte den „Renner“ / Gastronomen äußerten Unmut

Frühstück im Nachbarhaus ist eingestellt worden

Großer Beliebtheit erfreute sich das monatliche Frühstück im Nachbarhaus. Dieses Angebot musste eingestellt werden.

Thedinghausen - (sp) · Das neu eingerichtete Nachbarhaus in der Thedinghauser Bahnhofstraße hat sich in den letzten Monaten zu einem echten örtlichen Treffpunkt entwickelt. Viele Gruppen und Initiativen nutzen die Räumlichkeiten, viele Bürger finden für die verschiedensten Anliegen sowie Zeitvertreib jeder Art eine Anlauf-stelle. Zumindest einen der „Renner“ wird es künftig jedoch nicht mehr geben. Das monatliche Frühstück.

Zum Hintergrund: Mehr oder weniger offiziell hatten örtliche Gaststätten und Cafés ihren Unmut über das Frühstücksangebot für jedermann zum Preis von drei Euro pro Person geäußert. Im Nachbarhaus werden nämlich die meisten Kosten, beispielsweise Nebenkosten und Miete, vom Steuerzahler (Gemeinde) getragen. Diesen Einspareffekt in Form von Quer-Subventionierungen haben gastronomische Betriebe natürlich nicht – und können demzufolge auch kein dermaßen günstiges Frühstück anbieten. Letztlich war damit das Nachbarhaus-Frühstück aus Sicht einiger Gastronomen eine unlautere Konkurrenz.

Dazu Renate Dunker vom Ordnungsamt der Gemeinde: „Das Nachbarhaus ist eine Begegnungsstätte – und kein Gasthaus.“ Die Gemeinde hat deswegen die Ausrichtung eines Frühstücks in der bisherigen Form gestoppt.

Renate Dunker, die ehrenamtlich auch im Nachbarhaus-Komitee mitwirkt, weiter: „Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn bei Vorträgen oder Spiele-Nachmittagen ein geschmiertes Brötchen auf dem Tisch liegt und es dazu Kaffee oder Tee gibt. Auch dürfen bei abendlichen Veranstaltungen, zum Beispiel Tanzkursen, Erfrischungsgetränke gereicht werden – mehr aber nicht.“

Erika Behrens, Mitorganisatorin und Initiatorin des Frühstücks im Nachbarhaus, kann die ganze Aufregung nicht verstehen und ist sehr verärgert. „Rund 40 Leute sind hier einmal im Monat für zwei Stunden bei Klönschnack und einem Frühstück glücklich gewesen. Die Klientel, die uns besucht hat, war bestimmt nicht die, die ansonsten in eine Gaststätte oder ein Café gegangen wäre. Wir haben doch keinem weh getan.“

Erika Behrens hat im Zusammenhang mit dem Aus für „ihr“ Frühstück die meisten Ämter im Nachbarhaus aufgegeben – darunter die DoKo-Runde, den Seniorenspielnachmittag und das Diabetiker-Treffen.

Endgültig soll das Frühstück im Nachbarhaus allerdings noch nicht zu den Akten gelegt werden. Renate Dunker: „Bis zum Herbst ist jetzt erst einmal Schluss. Wir suchen derzeit nach Möglichkeiten, ein Frühstück in ´korrekter` Form anbieten zu können.“

Freiwillige Mitarbeiter sind im Nachbarhaus übrigens weiterhin gern gesehen. Nähre Informationen gibt es unter 04204/8838.

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