Mühlentag auf dem Quelkhorner Parzival-Hof als musikalisches Familienfest gefeiert

Frühlingshaft tönte es aus dem Kräutergarten

Produkte aus der ökologischen Gärtnerei des Parzival-Hofes waren der Renner am Mühlentag.

Quelkhorn - (kr) · „Heute Morgen hatten wir größte Sorge, dass unser Mühlenfest buchstäblich ins Wasser fallen würde. Aber wie bestellt bekamen wir zur Eröffnung herrlichstes Pfingstwetter“, freuten sich gestern nicht nur die Eisverkäufer auf dem Parzival-Hof.

Anlässlich des Deutschen Mühlentages öffnete auch die Quelkhorner Gemeinschaft der Stiftung Leben und Arbeiten für Menschen mit Behinderungen wieder ihren Lebensort auf dem Quelkhorner Mühlenberg und präsentierte neben dem Wahrzeichen auch ein Rahmenprogramm unter dem Motto „Musikalische Pfingsten“.

Es „brummte“ rund um den historischen Erdholländer von 1880/81, in dessen ehemaligem Mahlraum ein kunterbunter Flohmarkt aufgebaut war. Wer mochte, konnte auf schmalen Stiegen bis kurz unter die Mühlenhaube klettern, um von dort durch enge Luken einen weiten Blick in die Landschaft zu genießen.

Die Windmühlenflügel drehen sich heute nicht mehr, dennoch gilt die Quelkhorner Mühle als Vorzeigebeispiel für den Mut privater Besitzer zur Restaurierung und Erhaltung. Auf langen Stellwänden hatten die Bewohner und Betreuer des Parzival-Hofes die Geschichte des Erdholländers dokumentiert, so dass nachgelesen werden konnte, dass 1986 und 2000 ein hoher finanzieller und ideeller Aufwand geleistet wurde, um die Mühle vor dem Verfall zu bewahren. Das Tagesmotto „Musikalische Pfingsten“ setzten mit ihren Auftritten der „Kleine Chor Fischerhude“, das Bremer Posaunenquartett „Gete“ und die Band der Tobias-Schule aus Oberneuland unter der Leitung von David Hodgkinson um. „Grüß Gott, du schöner Maien“ tönte es aus dem Kräutergarten und unter blühenden Obstbäumen sang der Chor romantische Frühlingslieder. Alle Gewerke der Einrichtung präsentierten sich mit Ständen, an denen sie ihre Erzeugnisse feilboten. Die Weberei zeigte farbenprächtige Stoffe und herrliche Tischwäsche, die Bäckerei verkaufte köstliche Backwaren und die Holzwerkstatt bot Nützliches und Schönes aus edlen Hölzern an. Aktionen für Kinder wie Kerzenziehen und kleine Spiele, ein Secondhand-Kleiderverkauf und ein gut bestückter Bücherflohmarkt rundeten das Programm ab. Ein Renner war der Pflanzenverkauf der ökologischen Gärtnerei des Parzival-Hofes. Seltene Minzsorten, die beim Berühren ihren intensiven Duft verströmten, Salbei, Petersilie und andere Gewürzpflanzen waren bei den Besuchern heiß begehrt. Tomaten-, Zuccini- und Gurkenpflanzen, teilweise schon mit Fruchtansatz, gingen weg wie die berühmten warmen Semmeln.

„Ich komme jedes Jahr zum Mühlentag und genieße die familiäre Atmosphäre hier in Quelkhorn. Man trifft Leute, kann sich nett unterhalten und bekommt viel Gutes zu essen. In den Mühlenkopf bin ich auch schon geklettert“, erzählte ein Besucher aus Bremen. Ein Blick auf die zahlreichen Autos an den Wegesrändern zeigte, dass selbst für Besucher aus Hannover und Göttingen der Weg offenbar nicht zu weit gewesen war.

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