Verdener auf abenteuerlicher Reise

Im Frosch unterwegs nach Indien

Till de Boer, Amelie Schmidt-Uenzen und Hund Ole sind mit ihrem Frosch auf großer Fahrt.

Verden · „Wir sind jetzt seit gut einer Woche unterwegs, genießen ein weiteres Mal den Sommer, der trotz der Jahreszeit in Kroatien mit zirka 24 Grad immer noch wunderschön ist“, schreibt Till de Boer an die Verdener Aller-Zeitung. Gemeinsam mit seiner Freundin Amelie Schmidt-Uenzen aus Bremen ist der Verdener zurzeit unterwegs nach Indien und Nepal.

Die Route wird die beiden in ihrem grünen Lkw-Wohnmobil, Frosch genannt, über Montenegro, Albanien, Griechenland, die Türkei, den Iran und Pakistan bis ans Ziel führen. Was sie dabei erleben, können VAZ-Leser via Internet ab kommender Woche auch unter //www.kreiszeitung.de/fun-friends verfolgen.

Den Traum, mit einem Hippie-Mobil zu reisen, träumten der Verkaufsleiter einer Spedition und die Werbekauffrau schon lange. Nach Touren mit einem VW Bulli, der sich mehr und mehr zum Groschengrab entwickelte, wuchs der Wunsch, per Lkw die Welt zu erkunden. In Grömitz fanden die beiden dafür den perfekten vierrädrigen Gefährten: einen grünen Mercedes LA 911 B, sechs Meter lang, 3,20 Meter hoch und 2,45 Meter breit. Zehn Jahre lang versah der Kurzhauber mit Funkkoffer seinen Dienst beim Bundesgrenzschutz. Dann begann sein Nomadenleben.

Denn Vorbesitzer Wolfgang wollte über den Landweg nach Kanada und baute den Funkkoffer mit viel Liebe zum Detail und einer Menge Grips aus, um möglichst autark zu sein. Der Wagen mit zuschaltbarem Allrad-Antrieb und Differentialsperre erhielt zwei 500-Liter-Dieseltanks, zwei 250-Liter-Edelstahl-Wassertanks, deren Wasser über einen Boiler vom Kühlwasser erhitzt wird. Auf der über die Dachluke im Fahrerhaus erreichbaren Dachterrasse befinden sich neben Staukisten und Reserverad auch Solarzellen, die unter anderem Strom für den Kühlschrank liefern.

Mit zwei Standheizungen und einer selbst gebauten Holzofenkonstruktion sollte man auch im Winter nie frieren, dachte sich Wolfgang und machte den Frosch mit einer Küchenzeile sowie der klassischen Aus-Tisch-wird Bett-Variante zur fahrenden Ein-Zimmer-Wohnung. Zum Schluss baute er für Wasserdurchfahrten noch den Zyklonfilter nach oben – fertig war der Reise-Frosch.

Er soll Amelie Schmidt-Uenzen, Till de Boer und Ole, den Entlebucher Sennenhund des Paares, nun sicher bis nach Asien bringen.

Die Dauer der Reise unterliegt unter anderem den Visabestimmungen. In Indien darf man maximal 180 Tage mit dem eigenen Fahrzeug im Land sein. Reist man aus, muss das Fahrzeug wiederum mindestens 180 Tage außerhalb des Landes sein und darf dann wieder einreisen.

Natürlich ist es auch eine finanzielle Frage. Ergeben sich keine teuren Reparaturen am Frosch, wird die Reise länger dauern. Muss investiert werden, schmälert es die Reisekasse und Reisedauer. Geplant sind ein bis zwei Jahre oder auch eine eventuelle Verschiffung nach Australien, wenn sie ein günstiges und bezahlbares Angebot bekommen. Auch ein Neuanfang inklusive Job down under ist nicht ausgeschlossen.

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