Ausschuss stützt Sparkonzept / Kassenfrau erstritt Weiterbeschäftigung

Freibad: Mehr Eintritt und kürzere Öffnungszeiten

Die Arbeitsstelle im Kassenhäuschen bleibt, obwohl längst Automaten viele Aufgaben erledigen.

Achim - (la) · Den Freibad-Einzel-Eintrittspreis von drei auf 3,50 Euro zu erhöhen und gleichzeitig die Öffnungszeiten zu kürzen – das klingt paradox, macht aber Sinn vor dem Hintergrund des Achimer Minus-Haushalts. Durch höheren Eintritt soll auf der einen Seite mehr eingenommen, durch kürzere Öffnungszeiten auf der anderen sollen Personalkosten eingespart werden.

Mehrheitlich befürwortete der Sport- und Kulturausschuss am Mittwoch die mildere von zwei Varianten der Stadtverwaltung zu den Gebührenanhebungen. Ursula Isensee (CDU) hatte sich hierfür eingesetzt, weil den Bürgern zur Zeit mit Erhöhungen in anderen Bereichen wie etwa bei Krankenkassen schon genug zugesetzt werde. Herfried Meyer (SPD) plädierte für die härtere Erhöhungs-Variante mit einem Erwachsenen-Eintrittspreis von vier Euro.

nJa auch zu höherer

nBibliotheksgebühr

Ebenfalls unter dem Stichwort „Haushaltssicherung“ unterstützte der Ausschuss einstimmig die Anhebung des Eintritts für das Hallenbad Bergstraße und eine Gebührenerhöhung in der Stadtbibliothek. Ein Erwachsenenjahresausweis für die Bücherei würde künftig 15 statt zehn Euro, eine Monatskarte drei statt zwei Euro kosten.

Die Auswirkungen der Ebbe in der Stadtkasse bekommen nun also Bürgerinnen und Bürger ganz direkt zu spüren.

Gabriele Sommer von den Grünen hatte kritisiert, dass künftig auch in der Ferienzeit das Freibad erst ab 13 Uhr geöffnet sein soll. Kinder und Jugendliche sprängen doch gern bei Sommerferien-Hitze schon vormittags in die Fluten. Und überhaupt würden von den Erhöhungen gerade Familien übermäßig hart getroffen. Auch die günstige Familienkarte fürs Freibad wird nämlich voraussichtlich abgeschafft.

Heiko Haase, in der Stadtverwaltung zuständig für den Bereich Bäderwesen, gab zu bedenken, dass eine Freibadöffnung etwa ab 10 Uhr wegen der zusätzlichen Personalstunden über die Saison mit rund 20 000 Euro zu Buche schlagen würde. Das erwartete Einnahmeplus von 8 200 Euro durch höhere Gebühren wäre damit mehr als aufgebraucht.

Was die Familienkarten angehe, so seien zwar im Vorjahr 27 Stück verkauft, aber längst nicht alle in Anspruch genommen worden, erläuterte Haase. Zudem zahlten bedürftige Familien, die von Hartz IV leben müssten, ohnehin keinen Eintritt ins Freibad.

Obwohl es dort moderne Kartenautomaten im Eingangsbereich gibt, sei die Vollzeitstelle im Kassenhäuschen jedoch nicht einzusparen, teilte Haase auf Nachfrage von Uwe Tesch (SPD) noch mit. Die betreffende Kraft habe beim Arbeitsgericht ihre Weiterbeschäftigung erstritten.

Mit zum neuen Bäder-Konzept gehört, dass sich Freibad- und Hallenbad-Öffnungszeiten nicht mehr überschneiden. Das heißt, während der Freibadsaison bleibt grundsätzlich das Hallenbad Bergstraße für die Öffentlichkeit geschlossen – und umgekehrt.

Zur Gebührenerhöhung in der Bibliothek merkte Herfried Meyer an, dass sie eigentlich zu gering ausfalle, wenn man bedenke, was dort an aktuellen Büchern und anderen modernen Medien alles geboten werde. Wie berichtet, war die Stadtbücherei kürzlich mit dem niedersächsischen Bibliothekspreis der VGH-Stiftung ausgezeichnet worden. Dazu gratulierte Meyer jetzt im Ausschuss Bibliotheksleiterin Heike Pflugner und ihrem Team noch einmal herzlich.

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