Unternehmerinnenverbands-Landeschefin referiert und diskutiert in Hünenburg

Frauen zur Führung ermutigt

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Angela Feldhusens Devise: „Frauen Führung  Macht Sinn“. ·

Baden - „Frauen Führung Macht Sinn“. Hinter dieser vielsagenden Wortkombination stehe sie, betonte Angela Feldhusen, Vorsitzende des Landesverbands Bremen/ Weser-Ems im Verband deutscher Unternehmerinnen. Zugleich sei  klar, dass Führungsjobs gerade auch von Frauen einen Preis fordern, den nicht alle zahlen möchten.

Die aus einer Hamburger Ingenieursfamilie stammende einstige Berufsschullehrerin und Schulleiterin gründete vor über 25 Jahren in Bremen ein bis heute erfolgreiches Beratungsunternehmen.

„Mehr Frauen in Führungspositionen“ lautete am Dienstagabend der Titel ihres Vortrags mit anschließender lebhafter Diskussion im Badener Haus Hünenburg. Günter Treichel, Vorsitzender des Hünenburg-Vereins, begrüßte zahlreiche weibliche und männliche Führungskräfte hiesiger Unternehmen, Geschäfte und Einrichtungen sowie andere Selbständige im gut gefüllten Vortragsraum.

„Ob mir ein Mann den Platz in der Straßenbahn anbietet, ist mir egal. Er soll mir einen Platz im Aufsichtsrat anbieten“, zitierte Angela Feldhusen die Devise Käte Ahlmanns, der Gründerin des Unternehmerinnenverbands, die einst Chefin einer Stahlhütte in Schleswig Holstein war.

Heute seien zwar viel mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen – Bundeskanzlerin eingeschlossen. Aber in obersten Firmen-Führungsetagen sei das weibliche Geschlecht nach wie vor vergleichsweise schwach vertreten, machte die 60-jährige Verbandschefin deutlich.

Sie selber habe es stets gereizt, solche Grenzen zu überwinden und Führungsmacht zum selbständigen Gestalten zu nutzen.

Andere samt ihrer Tochter fragten sich aber, ob sie solche Vielfalt wirklich möchten: Einem Führungsjob ebenso gerecht werden zu müssen wie Aufgaben in der Familie. Männern stelle sich die Problematik in dem Umfang meist nicht, obwohl laut Umfragen auch ältere männliche Führungskräfte im Nachhinein oft bedauerten, sich zu wenig Kindern und Familie gewidmet zu haben.

Die mögliche Elternzeit auch für Väter eröffne heute Frauen immerhin Möglichkeiten, Führungspositionen ohne lange Unterbrechung auszufüllen. Noch immer aber würden „Hausmänner“ bisweilen mit Sprüchen wie „Na, hat deine Frau dich rumgekriegt?“ verspottet.

Frauen wollten auch seltener als Männer mit aller Gewalt aufsteigen und sich durchboxen, so Angela Feldhusen. Die Einstellung, als Vorgesetzte vor allem nett sein zu wollen, behindere ebenfalls das Vorrücken an die Spitze. Es könne durchaus auch Zeichen von Anerkennung sein, wenn Mitarbeiter respektvoll über „die Alte“ schimpfen.

Aus dem Publikum wurde angeführt, dass die Chancen für Frauen je nach Berufszweig sehr unterschiedlich aussähen. Während etwa im Ingenieurbereich der Männeranteil klar überwiege, sehe es in manchen Behörden und Geldinstituten inzwischen umgekehrt aus. „Da wird händeringend nach Frauen für Führungspositionen gesucht, während auch für qualifizierte junge Männer der Weg nach oben verstopft ist“, wusste eine Zuhörerin.

Der Seniorchef eines Betriebs äußerte ebenfalls Sorgen um die junge Männergeneration. Er habe wiederholt in Kindergärten beobachtet, dass Frauen Befehle erteilen („Nimm mal jetzt das Kind!“) während die männlichen Partner willen- und widerspruchslos „hinterher dackeln“. So sei Gleichberechtigung sicher auch nicht gemeint.

Günter Treichel betonte, er habe als früherer Geschäftsführer eines Großunternehmens mit leitenden Frauen anderer Firmen sehr gute Erfahrungen gesammelt. Und Angela Feldhusen ermunterte speziell junge Frauen ausdrücklich, den Weg zur Führungskraft und Selbständigen-Existenz zu wagen, wenn sie sich dazu berufen fühlten. · la

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