Flüchtlingsstrom: Landkreis muss beim Unterbringungskonzept umdenken

Doch Sammelunterkünfte

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Herberge für Flüchtlinge: Ab November steht die Jugendfreizeitstätte zur Verfügung.

Landkreis - Jetzt geht an Sammelunterkünften für Asylbewerber nichts mehr vorbei. „Unser dezentrales Unterbringungskonzept können wir nicht mehr durchhalten“, musste Landrat Peter Bohlmann angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstroms berichten. Über 1400 Personen sind bis zum Monatswechsel im Kreisgebiet aufgenommen worden und jede Woche kommen 55 weitere an.

Bis Februar wird sich die Zahl verdoppeln. Das zumindest sagen die Prognosen, mit denen die Kreisverwaltung zur Zeit arbeitet. Von langen Reihen von Feldbetten in Turnhallen berichtete Bohlmann in einer Pressekonferenz im Verdener Kreishaus aber nicht. Zu den 180 Wohnungen im Kreis habe der Landkreis jetzt das Pfadfinderheim in der Hasenheide bei Hohenaverbergen und die Jugendfreizeitstätte des DRK in Clüverswerder angemietet. Dort sollen ab November 200 bis 250 weitere Personen untergebracht werden.

So richtig weiß bislang allerdings noch keiner wann und wieviele Flüchtlinge kommen werden. „Wir erfahren sieben bis zehn Tage vor der Ankunft davon“, sind Bohlmanns Erfahrungen. Aber auch wenn der Andrang noch größer wird, als abzusehen ist, werden keine Zelte aufgebaut. Man befinde sich noch in Verhandlungen, in denen es um leer stehende gewerbliche Räume geht, deutete der Landrat an.

Bis da die Lösungen bereitstehen, sei an die Turnhalle der Berufsbildenden Schulen in Verden gedacht. Die könnte als Puffer dienen, sollte aber wenn möglich nach den Herbstferien wieder der Schule zur Verfügung stehen.

Auch an den Ankauf von Wohnraum sei gedacht. Der Kreistag hatte bereits einen Topf von 500000 Euro bewilligt und jetzt habe der Kreisausschuss kurzfristig weitere 200000 Euro dafür freigegeben. Die Suche nach Mietwohnraum wird aber fortgesetzt.

„Wir müssen unsere Entscheidungen im Voraus treffen, um auf die Situation vorbereitet zu sein“, erklärte Erste Kreisrätin Regina Tryta die Arbeitsweise. Gerade wenn es um die BBS-Turnhalle geht, kann sie dabei auf ihre Zuständigkeit für den Katastrophenschutzstab zurückgreifen. Vor allem für die Ausstattung mit Feldbetten und die Verpflegung der Menschen seien hier die Strukturen bereits vorhanden.

Nicht nur der Krisenstab, vom Gesundheitsamt über Jugend und Familie und Soziales bis Ordnung und Verkehr sind mittlerweile viele Fachbereiche der Kreisverwaltung mit Flüchtlingen und allem, was damit zu tun hat, befasst. „20 bis 30 Mitarbeiter in neun von 16 Fachdiensten“, hatte Bohlmann grob überschlagen. Neun zusätzliche Kräfte habe der Kreisausschuss am Montag noch bewilligt.

Abgesehen vom Unterbringungskonzept sollen aber keine Abstriche gemacht werden. „Es muss nur alles zu bewältigen bleiben“, ist Bohlmanns Hoffnung. Das gilt auch für die Integrationsbemühungen. Bei den Deutschkursen für Flüchtlinge und der sozialpädagogischen Betreuung werde es allerdings schwieriger, das Angebot mit den Anforderungen auszubauen, merkte Tryta an. Die nötigen Kräfte seien auf dem Arbeitsmarkt kaum noch zu finden.

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