Fester Bestandteil der traditionellen Thedinghauser Bauernkör / Hedewigs als Preise / Männer sind unter sich

Fipsen, ein ganz besonderes Kartenspiel

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Das Fipsen ist ein uraltes und sehr schnell zu lernendes Spiel. Es ist fester Bestandteil des abendlichen Teils der Thedinghauser Bauernkör. Gespielt wird lediglich mit fünf Karten. ·

Thedinghausen - Die Mitglieder der Thedinghauser Bauerkör und einige Gäste treffen sich seit Jahren am Fastnachtsdonnerstag zu ihrer traditionellen Zusammenkunft. Neben dem offiziellen Teil am Vormittag kommt man am Nachmittag und am Abend zum Kartenspielen zusammen.

Der aktuellen Diskussion zum Thema Frauenrechte und Sexismus zum Trotz: Hier spielen nur die Männer mit.

Fipsen heißt das alte Kartenspiel, bei dem um die leckeren Hedewigs (Rosinenbrötchen) gespielt wird. Fünf Spieler gehören zu jeder Runde. Es wird mit einem ganz normalen 32er Skatblatt gespielt. Jeder Spieler bekommt fünf Karten auf die Hand. Eine Karte wird als Trumpf umgedreht, die restlichen sechs Karten sind aus dem Spiel. „Das macht das Spiel noch zusätzlich interessant“, erzählt Ralf Schröder, Wirt des gleichnamigen Gasthauses und in diesem Jahr Gastgeber der Kartenrunde. Ansonsten wird bei den „normalen“ Mitgliedern in der guten Stube samt Nebenräumen gespielt.

Der höchste Trumpf ist das As. Danach folgen König, Dame, Bube, die Zehn und so weiter. Der Spieler nach dem Geber schlägt eine Karte aus. Diese muss von den anderen Spielern bedient werden, ist dies nicht möglich, muss (!) gestochen werden. Der Spieler, der in einer Spielrunde als erster zehn Stiche bekommen hat, hat fünf Hedewigs gewonnen.

Um das Ganze auch finanzieren zu können, muss jeder Spieler pro gespielter Runde den Preis von einem Hedwig zahlen. Wenn ein Spieler nach Erhalt der fünf Spielkarten „Fipsen“ anmeldet, muss er alle fünf Stiche für sich bekommen. Geht nur ein Stich in fremde Hand, muss er fünf Hedwigs zahlen. Nach jeder Runde bekommt der Gewinner seinen Zettel und kann dann am Ende des Abends zusammenrechnen, wie viele Hedewigs er gewonnen hat.

Hat er gut gespielt und Glück gehabt, sind es manchmal bis zu 40 Hedewigs. Waren die Karten nicht so gut, muss er eben die Geldbörse zücken. „Es dauert immer so zwei, drei Runden, bis jeder wieder im Spielgeschehen drin ist, doch dann wird mit harten Bandagen gespielt“, erzählt Ralf Schröder. „Aber eigentlich ist es ein ganz einfaches Kartenspiel, das es in dieser Form schon seit sehr vielen Jahren gibt.“ Abgerundet wird dieses Vergnügen mit ein paar Bierchen oder Kurzen sowie einem zünftigen Abendessen. · ha

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