Erfolgreiche Sommerausstellung der Kunstschau / Mehr als 50 Gemälde als Publikumsmagneten

Finale für Udo Peters

„Hembergstraße 1963“, der Lebensmittelpunkt Udo Peters‘ in Worpswede, gehört zu seinem Spätwerk.

Oyten - LILIENTHAL (kr) · „Ein Portraitmaler entdeckt die Landschaft“, heißt die große Frühjahrs- und Sommerausstellung der Kunstschau Wümme, Wörpe, Hamme der Lilienthaler Kunststiftung Monika und Hans Adolf Cordes. Noch bis zum 11. Juli haben Kunstfreunde Gelegenheit, eine einzigartige Bilderschau zu sehen, die Werke eines der bekanntesten und beliebtesten Maler der so genannten zweiten Generation Worpswedes, Udo Peters (1884-1964), in den Mittelpunkt stellt.

Die erst kürzlich im eigenen Domizil an der Trupe in Lilienthal eröffnete Galerie präsentiert Bilder, die man in dieser Fülle und Konzeption nicht alle Tage zu sehen bekommt: Gemälde in Öl auf Leinwand, dem traditionellen Malstil verpflichtet, aber mit Anklängen der Moderne und des Expressionismus.

Die Ausstellung macht die Entwicklung der Künstler vom Weyer Berg deutlich. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es außer Paula Modersohn-Becker nur wenige Maler, die sich von den vorgegebenen Richtlinien wegbewegten. Doch ab etwa 1920 machten sich Strömungen breit, die die vereinfachte Formengebung zu ihrem Anliegen erkoren, ohne die traditionelle Lehre zu vernachlässigen.

Wie die meisten seiner Künstlerkollegen schätzte Udo Peters das Malen in der Natur. Die Leinwand unter dem Arm, die Farben im Gepäckträger, so radelte er durch die Umgebung Worpswedes. Mit der Bandbreite seiner Motive gilt er als Chronist des Malerdorfes und der Landschaft Worpswedes. Wie die Künstler der ersten Generation malte er ausschließlich im Freien, entwickelte dabei eine individuelle Bildsprache, beeinflusst vom Impressionismus und Expressionismus. Beide Stile miteinander zu vereinen und daraus einen eigenen zu entwickeln, war ihm wichtig.

Noch heute sind die Erinnerungen in seinem Haus in der Hembergstraße nicht verblichen. Als Peters sich 1908 in Worpswede niederließ, hoffte er, dieses Lebensziel mit dem intensiven Studium der Landschaft zu erreichen.

Angeregt durch die Werke Max Liebermanns und August Mackes, ging es ihm in der Konzeption seiner Bilder vornehmlich darum, Spannung und Harmonie, Farbe und Form miteinander zu vereinen. Wie viele seiner mit ihm befreundeten Maler arbeitete er zunächst in der Provinz, was für ihn die Kunstschule in Hannover bedeutete. Danach ging er zum Studium an die Münchener Akademie.

Darüber hinaus war Udo Peters ein Vertreter und Verehrer der Philosophie Schopenhauers, der in der Kunst eine intuitive Erkenntnisart und damit die einzige mögliche Erlösung aus der Sinnlosigkeit der Welt sah. Die Schwermut dieser Gedanken ist in den Bildern von Udo Peters ansatzweise wiederzufinden. „Blick auf Worpswede“ von 1922 in Öl auf Pappe oder „Moortümpel in der Marcusheide“ von 1906, tiefe Portraitarbeiten, wie das von Frieda Netzel als junge Frau 1909, aber auch verschiedene Selbstportraits zeigen alle einen tiefen Ernst im Ausdruck. Kunstfreunde, die einen letzten Blick auf diese Ausstellung werfen wollen, haben noch bis Sonntag, 11. Juli, dazu Gelegenheit.

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