Carl-Bernhard Gramm sammelt seit 18 Jahren / Stück Wehr-Geschichte / Auflösung wegen Abriss des Gebäudes

Feuerwehr will kleine Schätze nicht haben

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Unzählige Sammlerstücke in Sachen Feuerwehr hatte Carl-Bernhard Gramm seinem „Museum“ einverleibt. ·

Verden - VERDEN · Seit 18 Jahren sammelt Carl-Bernhard Gramm alles, was mit der Feuerwehr in Verden oder im Allgemeinen zu tun hat. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Der Verdener löst sein „lüttjes Museum“ und damit eine beeindruckende Sammlung auf. Schweren Herzens, aber fest entschlossen, wie er einräumt.

Der Kellerraum in dem Haus an der Lindhooper Straße ist reich gefüllt. An den Wänden hängen alte Fotos und Dokumente, die einen großen Teil der Geschichte der Verdener Feuerwehr widerspiegeln. Auf Regalen und in Vitrinen lagert Historisches und Kurioses. „Mit den Matchbox-Feuerwehrautos fing es an. Jeden Monat kam ein weiteres dazu. Dann die Orden, Ehrenzeichen, Helme und nach und nach wurde es immer mehr“, berichtet Gramm. Die Sammlung erzählt ein Stück Feuerwehrgeschichte, aber nicht nur die der Verdener Wehr.

100 000 Mark nur

geschreddert

Eine Schaufensterpuppe trägt die Einsatzbekleidung der ehemaligen DDR, die andere eine Uniform der 50er-Jahre, wie sie im Westen getragen wurde. Im Regal liegt ein englischer neben einem französischen Helm. Ein alter Feuerlöscher gehört genauso zur Sammlung, wie ein frühere Feuermelder und unzählige Dokumente.

Gramm kann nicht nur aus den Festschriften zum 60ten, 100ten und 125ten Jubiläum zitieren, sondern auch aus dem Liederbuch der Freiwilligen Feuerwehr Verden aus dem Jahr 1903 vorsingen. Manche seiner vielen kleinen Schätze sind für ihn von ganz besonderem Wert, wie die Ehrenzeichen des verstorbenen Ehrenmitglieds Heinrich Brinkmann.

Seine Sammelleidenschaft lebt er aber nicht nur in Sachen Feuerwehr aus. In der benachbarten Kellerbar können alte Verdener wunderbar in Erinnerungen schwelgen. Werbeprodukte längst nicht mehr bestehender hiesiger Firmen reihen sich aneinander. „Frisch fromm fröhlich vergnügt“, so warb einst Anton Höing für sein Unternehmen und „drei mal stark für ihre Autowünsche“ wollte sich das Autohaus Krella machen. Inzwischen reiht sich auch ein Zigarettenheftchen der Firma Fisch Bremer in das Regalbord der Ehemaligen. Die Sparkasse hat in einer anderen Ecke ihr Plätzchen gefunden, aber nur, weil Gramm dort viele Jahre tätig war. Zwischen alten Spardosen finden sich sogar noch 100 000 Mark, leider jedoch nur geschreddert.

So wunderbar sich dort stöbern lässt, nun soll alles raus. Grund ist der geplante Abriss des Hauses, in dem Gramm seit vielen Jahren wohnt. Es soll einem Neubau der Feuerwehr weichen, und mit dem Auszug soll dann auch Schluss mit dem Sammeln sein.

Bei der Feuerwehr hat man scheinbar kein Interesse an den Erinnerungsstücken, wenn er diese der Wehr auch gerne zur Verfügung gestellt hätte. Nun ist schon vieles verkauft. Interessenten können sich unter Telefon 04231/68482 melden und dann bei Gramm vorbeikommen. Man sollte aber Zeit mitbringen, denn wenn man in Gramms „lüttjen Museum“ erst mal angefangen hat zu stöbern, findet man nur schwer ein Ende. · wb

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