Türkisch Islamischer Verein feiert während des Ramadan traditionell ein Fest

Fasten: Akzeptierte Pflicht

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Landesverbandsvorsitzender Yilmaz Kilic. ·

Verden - Von Erika WennholdDie Gäste sind fröhlich, haben sich viel zu erzählen und freuen sich auf das gemeinsame Essen. Es duftet nach Gewürzen, auf den langen Tischreihen stehen Gurkenhäppchen, Datteln und Brot bereit. Die Türkisch Islamische Gemeinde Verden ist im Fastenmonat Ramadan zu einem Fest in den Gemeindesaal gekommen.

Und dazu werden traditionell Verdener Gäste eingeladen, die ihr Abendbrot in der Regel früher einnehmen. Am Sonnabend achten die Gastgeber freilich ganz genau auf den Zeitpunkt, an dem das Essen aufgetragen werden darf: erst nach Sonnenuntergang. Der Ramadan‚ der heiße Monat, ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und der islamische Fastenmonat. Das Fasten ist eine der im Koran verankerten religiösen Pflichten der Muslime. Und für die rund 400 Gemeindemitglieder, die gekommen sind, macht die Fastenzeit viel Sinn. Die junge Esra Yakar erklärt das so: „Wir lernen, wie hungrige Menschen sich fühlen, wir erleben, wie es sich anfühlt, durstig zu sein, und wir entscheiden uns gerade in dieser Zeit dafür, anderen zu helfen, indem wir spenden.“

Zusammen mit ihrer Freundin Bahar Usar führt sie später durch das Programm, begrüßt Ehrengäste wie Verdens Superintendentin Elke Schöper, Polizeichef Uwe Jordan, Domgemeindepastor Christian Wietfeld, Abdullah Gümüssoy, einen Vertreter des religiösen Generalkonsulats Hannover, Yilmaz Kilic vom Landesverband Türkisch Islamischer Gemeinden (Ditib) und Vertreter anderer Behörden und Verbände. Allen voran natürlich Ertan Ünlü, Vorsitzender der Verdener Gemeinde, der sich stets viel Mühe macht, um Menschen mit unterschiedlicher religiöser Zugehörigkeit hin und wieder zu mischen: „Um Vorurteile abzubauen und Integration zu leben.“

Nicht nur ihm, auch Superintendentin Elke Schöper ist es wichtig, sich zu begegnen: „Deshalb möchte ich mich ganz herzlich für die Einladung zu diesem Abend bedanken.“

Auf dem Podium anschließend der Vorstandsvorsitzende des Ditib-Landesverbandes Niedersachsen und Bremen. „Wir leben hier zusammen und wir gehören zusammen“, konstatiert er und: „Wir können alle voneinander lernen.“ Absolute Trennung wünscht er sich gleichwohl hinsichtlich des viel diskutierten Beschneidungsurteils. „Politik darf sich nicht in die Religion einmischen.“ Das gleich gelte umgekehrt. Eine Regelung wie es jetzt der Bundestag anstrebe, sei aber deshalb wichtig, damit einzelne Gerichte eben nicht mehr solche oder ähnliche Urteile sprechen können.

Noch bis spät in die Nacht hinein bleiben die Gemeindemitglieder mit ihrem Gästen beisammen und tauschen sich über unterschiedliche Religionen und Lebensweisen aus. Die Fastenzeit ist noch nicht vorbei und wird von der islamischen Gemeinde auch genutzt, um Bilanz zu ziehen.

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