Stadtteil Achim-Nord ist im Wandel / Neuer Treffpunkt für Frauen lädt zum Tag der offenen Tür

Fahnen sagen: „Hier ist was los“

Ulla Hartmann-Eggers und Sibylle Boysen hoffen, Interessierte aus anderen Stadtteilen ins Magdeburger Viertel zu locken.

Achim - (rei) · Wenn draußen auf dem Balkon die bunten Fahnen hängen, weiß jeder sofort: Heute ist im Haus der Projekte etwas los, heute sind alle Mädchen und Frauen eingeladen. Die Bemühungen von Sybille Boysen, Ulla Hartmann-Eggers und ihren vielen Mitstreiterinnen, im Magdeburger Viertel einen selbstverwalteten Frauentreff zu etablieren, sind bereits weit voran geschritten. Davon darf man sich am Freitag beim „Tag der offenen Tür“ gerne einmal selbst überzeugen.

Das Servicehaus an der Magdeburger Straße ist weg, die „neue grüne Mitte“ wird derzeit eifrig geplant, demnächst wird es in Achim-Nord eine offene Ganztagsschule geben... Der benachteiligte Stadtteil verändert sich im Moment in hoher Geschwindigkeit von innen heraus. Und mitten drin: Das Haus der Projekte an der Magdeburger Straße.

Wirklich kein besonders schicker Bau, aber mittlerweile von außen freundlich bunt gestaltet, mit flatternden Fahnen auf dem Balkon. „Ja, wir sind ziemlich stolz, dass wir unsere Räume so schön hinbekommen haben“, so Ulla Hartmann-Eggers, die hier das Projekt „WerkTreff“ koordiniert.

Mit Frauen mit und ohne Migrationshintergrund, aus dem Viertel und auch aus anderen Stadtteilen, wird versucht, eine stabile Initiativgruppe zum Aufbau eines selbst verwalteten Treffs für Frauen zu bilden. Gemeinsam wurden die bis dahin ungemütlichen Räume kreativ umgestaltet, Stühle bunt dekoriert, Gardinen genäht. Die Frauen haben es sich hier schön gemacht. „Wir haben auch einige der Dinge ‚nach ACHIMER ART‘, die wir hier herstellen, bereits verkauft. Und zwar auf einem Basar im AWO-Seniorenzentrum. Es ist uns wichtig, mit anderen Einrichtungen hier im Stadtteil zusammenzuarbeiten“, sagt Ulla Hartmann-Eggers.

Die jüngere Generation hat sich ebenfalls beteiligt. Allerdings in einem Projekt, das Sybille Boysen leitet. „Gestern – heute – morgen“ heißt es. Hier geht es darum, die Veränderungen im Stadtteil aufzuarbeiten. Auf der Grundlage verschiedener Techniken, teilweise am PC, wurden zu diesem Thema Bilder und Collagen hergestellt. „Die Mädchen fanden das alte Hochhaus gruselig und bedrohlich“, erzählt Sybille Boysen.

Wie die Mädchen das „Gestern“ empfunden haben, und wie sie ihre Gefühle künstlerisch umgesetzt haben, dürfen sich Interessierte auch gerne anschauen. Am Freitag, 4. Dezember, 15 bis 18 Uhr, laden beide Projekte, der „WerkTreff“ und „Gestern – Heute – Morgen“ zu einem Tag der offenen Tür ins Haus der Projekte ein. In der Zeit informieren die Frauen über ihre Arbeit und bieten Kaffee, Kuchen und ein orientalisches Buffet an. „Wir würden uns sehr freuen, wenn uns auch viele Leute besuchen würden, die nicht aus dem Stadtteil kommen“, hofft Ulla Hartmann-Eggers. „Bis jetzt trauen sich viele nicht so richtig.“ Übrigens: Diese „Stärken vor Ort“-Projekte werden gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Europäischen Sozialfond und der Europäischen Union.

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