Amtsgericht Verden schickt 31-Jährigen für ein Jahr hinter Gitter / Kinder und Frauen massiv belästigt

Exhibitionismus und sexueller Missbrauch

Verden - VERDEN (wb) · Ein Exhibitionist ist vom Amtsgericht Verden zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Der 31-Jährige hatte im Frühjahr in der Verdener Innenstadt an vier aufeinander folgenden Tagen vor Schulkindern und Frauen onaniert.

Bei der ersten Tat präsentierte sich der als Obdachloser in Verden lebende Mann am Mittag des 6. Mai auf dem Verdener Domfriedhof zwei elf Jahre alten Mädchen, die von der Pestalozzischule kamen und auf dem Weg zum Bus waren. Am nächsten Mittag stand der 31-Jährige an der gleichen Stelle wieder mit heruntergelassener Hose und onanierend vor vier Schülerinnen. Morgens hatte er sich schon in der Sparkassen-Zweigstelle in der Großen Straße an eine Wand gehockt und selbst befriedigt, als eine Kundin den Raum betrat.

Der dritte Tag war ein Sonnabend. „Da war schulfrei und der Angeklagte ist auf das Krankenhausgelände ausgewichen. Da war mehr los“, so die Vorsitzende Richterin Ilse Hastmann-Nott bei der Urteilsbegründung. Dort zeigte sich der 31-Jährige zwei Müttern und ihren Töchtern. Am Sonntagvormittag traf der Exhibitionist an gleicher Stelle auf eine resolute ältere Dame. Diese berichtete später, dass sie ordentlich mit dem Mann geschimpft habe, dann aber doch erschrocken sei, als er ihr zu ihrem Auto folgte.

Eine Ärztin bereitete dem fragwürdigen Treiben schließlich ein Ende. „Sie behielt den Mann im Auge, bis die Polizei eintraf“, so Oberstaatsanwältin Silke Streichsbier. Der 31-Jährige wurde festgenommen und blieb bis zu dem Prozess in Haft.

Weil er die Taten aber leugnete, nach Überzeugung der Vorsitzenden nicht aus Böswilligkeit, sondern Scham, mussten alle Frauen und Kinder vor Gericht aussagen und den Angeklagten identifizieren. Verurteilt wurde dieser schließlich wegen Exhibitionismus sowie wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in jeweils drei Fällen.

Das fragwürdige Verhalten des Mannes hatte ein Sachverständiger mit einer hirnorganischen Schädigung, ausgelöst durch den schludrigen Umgang des Mannes mit seiner Diabetes-Erkrankung erklärt. Außerdem diagnostizierte er dissoziale Persönlichkeitszüge, und ein früheres massives Drogenproblem habe seine Spuren hinterlassen. Eine Gefahr, die über das Zeigen seines Geschlechtsteils und Onanieren in der Öffentlichkeit hinausgehe, bestehe nach seiner Einschätzung aber nicht.

„Die Prognose ist düster“, so die Vorsitzende. Für eine Therapie sei der Mann nicht zugänglich und somit sei nach der Haftentlassung „exhibitionistisch wieder etwas zu erwarten.“ „Sie haben sich nicht im Griff“, wandte sich die Richterin direkt an den 31-Jährigen. „Deshalb bleibt uns nur die Möglichkeit sie wegzuschließen. Im Interesse der Öffentlichkeit hatten wir mit einer entsprechenden Strafe zu reagieren.“

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