Grand-Pair-Service: Soziale Projektidee aus Ottersberg erhält Stipendium

Europas Jugend zu Gast bei Deutschlands Senioren

Ronja Krebs (links) und Deborah Thoden bringen mit Hilfe eines Beratungsstipendiums ihren Grand-Pair-Service zum Laufen. ·
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Ronja Krebs (links) und Deborah Thoden bringen mit Hilfe eines Beratungsstipendiums ihren Grand-Pair-Service zum Laufen. ·

Ottersberg - Von Inka SommerfeldDamit hatten sie nicht gerechnet: Ihre Idee wurde mit einem Beratungsstipendium ausgezeichnet. Mit ihrem Grand-Pair-Service wollen Deborah Thoden und Ronja Krebs junge Erwachsene aus dem europäischen Ausland mit Senioren in Deutschland zusammenbringen – auf Basis des Au-Pair-Gedankens. „Wir wollen das Lernen miteinander und voneinander fördern“, beschreibt Deborah Thoden den Grundgedanken des internationalen Generationenaustauschs.

Die in Narthauen wohnende Studentin und ihre Freundin Ronja Krebs bauen mit professioneller Beratung, dem „Lohn“ für ihre Auszeichnung, ihren Service auf. Seit Anfang November wird gemeinsam mit zwei Fachleuten geplant, geprüft, hinterfragt und vieles mehr. Bis Ende Februar. Dann soll alles stehen: Die Organisation soll gegründet, der Bedarf ermittelt, Logo und Internetauftritt sollen entworfen, Kooperationspartner gefunden sein – und was sonst noch so alles zu tun ist. „Wir wollen so schnell wie möglich loslegen“, fiebern die beiden 28-Jährigen ihrem Geschäftsbeginn im Flecken Ottersberg entgegen. „Hier kennen wir uns aus und sind gut vernetzt“, erzählt Thoden.

Globalisierung mit menschlichem Antlitz

„Der Grand-Pair-Service bringt Familien, die sich um ältere Angehörige kümmern, mit jungen und motivierten Menschen aus Europa zusammen, die gern ein Jahr lang in Deutschland leben und unsere Sprache lernen möchten“, fasst Krebs zusammen. Globalisierung mit menschlichem Antlitz.

„Die jungen Erwachsenen übernehmen für freie Kost und Logis, Taschengeld und einen intensiven Deutschkurs leichte Tätigkeiten im Haushalt der Senioren, gehen gemeinsamen Freizeitaktivitäten nach und ergänzen somit das Betreuungsspektrum der Angehörigen“, führt Thoden aus. Ganz wichtig: Pflegerische Tätigkeiten gehören nicht zum Aufgabenprofil.

„Die jungen Europäer sollen Teil des Alltags und Lebens in Deutschland werden, also unsere Kultur erleben und die Sprache erlernen“, nennt Thoden den Vorteil für die Gäste. Auch Senioren profitieren: „Wer neugierig auf neue Erfahrungen ist, sich Gesellschaft wünscht und wem ein wenig Unterstützung den Alltag erleichtern würde, erfährt quasi nebenbei vieles über Kultur und Sprache des jungen Gasts“, ergänzt Krebs.

Der Service sei zudem eine Erleichterung für Familien, die beispielsweise wegen räumlicher Distanz oder zeitlicher Einschränkungen ihren älteren Angehörigen zusätzliche Unterstützung ermöglichen möchten.

Jung und Alt über

Grenzen hinweg

Vor rund fünf Jahren, im vierten Semester, kamen die beiden Absolventinnen des Studiengangs „International Studies of Global Management“ – also BWL mit Schwerpunkt Entwicklungs- und Schwellenländer – an der Hochschule Bremen mit zwei Kommilitoninnen im Rahmen ihrer Lerngruppe auf den Gedanken, sich mit dem Austausch von Jung und Alt über Grenzen hinweg zu beschäftigen.

„Wir konnten uns damals nicht vorstellen, daraus tatsächlich ein Unternehmen zu entwickeln“, gesteht Thoden. Die Grundidee jedoch ließ das Quartett nicht los. Auch wenn zwei Studentinnen aus persönlichen Gründen inzwischen nicht mehr mitmachen, verfolgen sie den Werdegang immer noch aufmerksam.

Im vorigen Sommer, als Thoden und Krebs ihren Master in der Tasche hatten, suchten sie nach Möglichkeiten, ihre Idee umzusetzen. Sie stießen auf den gemeinnützigen Verein „startsocial“ in Hamburg und bewarben sich. Im Oktober das Ergebnis: Bundesweit waren rund 260 Bewerbungen eingegangen, von denen 85 soziale Projektideen ausgewählt und mit einem Beratungsstipendium ausgezeichnet wurden. Darunter der Grand-Pair-Service in Ottersberg.

Thoden und Krebs arbeiten eifrig und intensiv daran, den Grand-Pair-Service auf die Beine zu stellen – neben Arbeit und Studium. Dabei kommen ihnen ihre umfangreichen Erfahrungen zugute: Beide verbrachten sowohl während ihrer Schulzeit als auch im Studium einige Jahre im Ausland – Thoden kennt sich mit Sprache und Kultur in Lateinamerika aus, Krebs legte ihren Fokus auf Südostasien. Gemeinsam sprechen sie mehrere Sprachen: Englisch, Spanisch, Malayisch und Italienisch, dazu ein wenig Französisch.

Chance auf weitere

Projektförderung

Für Thoden und Krebs besteht die Chance, dass ihr Grand-Pair Service weiter gefördert wird: Im Frühjahr will der Verein „startsocial“ die besten fünf Projekte prämieren.

Nähere Informationen gibt es im Internet unter http://www.grand-pair.de und bei Ronja Krebs unter Telefon 0176-84161077.

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