„So’n Schrott“: Udo Smorra macht aus Rostigem Kunstwerke und stellt sie aus

Eulen blicken einen durch Zahnräderaugen an

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Einladende Schrottkunst.

Langwedel - Die Kunstwerke von Udo Smorra darf man mit Fug und Recht als Schrott bezeichnen, denn aus solchem sind sie entstanden. Der Langwedeler hat eine besondere Leidenschaft für alles Rostige.

Was er aus alten Werkzeugen und Gartengeräten fertigt, können Kunst-, Rost- und Gartenfreunde am Wochenende in einer Gartenausstellung bewundern.

Er sei Sammler und Jäger, sagt der Personal- und Qualitätsentwickler über sich selbst. Und sein bevorzugtes Jagdrevier ist ein Schrottplatz in Dibbersen. „Der bestsortierteste Schrottplatz in Norddeutschland“, lobt Smorra. Sollte der Betreiber dieser Schatzgrube die Ausstellung am Wochenende besuchen, würde er bestimmt mächtig staunen, angesichts dessen, was man aus Schrott so alles machen kann.

In der Garage, die seine Frau für das neue Hobby ihres Mannes geopfert hat, entstehen die unterschiedlichsten Skulpturen. „Rostlaube“ hat Smorra sein Atelier genannt. Drinnen wird aber nur gearbeitet, seine Kunst zeigt er im Freien. Zwischen Johannisbeerbüschen, Rosen und diversen Sitzplätzen blicken einen Eulen durch Zahnräderaugen an oder versuchen Libellen ihre rostigen Flügel zu schwingen.

Vor drei Jahren hat Smorra mit seiner Schrottkunst begonnen und verbringt seitdem fast jede seiner wenigen freien Minuten in der Werkstatt. Dort schweißt er zusammen, was andere als unnütz oder kaputt ansehen. Ob Schrauben, Haken, Ketten, ausrangierte Garten- oder landwirtschaftliche Geräte, alles was bereits Rost angesetzt hat, ist prädestiniert dafür, von ihm weiterverarbeitet zu werden. Zangen schätzt er besonders und bei großen Objekten sei immer ein Schlüssel dabei. Entweder Tür- oder Schraubenschlüssel.

Auf beeindruckende Weise haucht er eisernen Figuren Leben ein. Den Igeln mit ihren Schrauben-Stacheln, einer verschleierten Frau, die an der Terrassentür wacht oder einer grazilen Tänzerin. Ein Gang durch den Garten ist wie eine Entdeckungstour. Mönche, einen ausgedienten Karl-Theodor, selbst ein Werder-Huhn in einer Wiesenhof-Pfanne kann man dort entdecken. Und widmete er sich bislang mehr der figürlichen Kunst, nähert er sich langsam dem Abstrakten an. Aber dem Rost hält er die Treue. Dadurch sei das Vergängliche schon da, erklärt er. „Daraus etwas Neues zu machen, ist schön. Das treibt mich an.“

Nachdem seine erste Ausstellung im Mai so ein toller Erfolg war, hat sich Udo Smorra zu einem weiteren Termin entschlossen. Am Sonnabend, 1. September, ist die Ausstellung „So’n Schrott“ mit rund 75 Werken, davon zirka 30 neuen, von 13 bis 17.30 Uhr zu sehen und am Sonntag, 2. September, von 11 bis 17.30 Uhr. Eintritt wird nicht erhoben, wer aber noch etwas Rostiges zu Hause hat, was er entsorgen will, kann dem Gastgeber damit gewiss eine Freude machen, und für Interessenten ist er über die Ausstellung hinaus unter Telefon 04232/943620 erreichbar.· wb

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