Erster Jahreswechsel in Deutschland für die Flüchtlinge in BBS-Turnhallen

Menschen aus fünf Ländern tanzen gemeinsam

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Immer ein offenes Ohr für die Flüchtlinge: Wiebke Ahrens (Human Resource Administration), Einrichtungsleiter Benjamin Tari und Jürgen Bergann (stellvertretender Einrichtungsleiter).

Verden - 176 Menschen, die aus Afghanistan, Syrien, Somalia, dem Irak und Iran geflohen sind, haben vorerst in den Turnhallen der BBS Dauelsen eine Bleibe gefunden. Trotz unterschiedlicher Kultur und Religionen gelingt es ihnen, auf engstem Raum friedlich miteinander zu leben. Gemeinsam feierten die Menschen, die soviel Schweres erlebt haben, nun den ersten Jahreswechsel in Deutschland. Die Johanniter, die für die Betreuung der Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen verantwortlich sind, organisierten ein zweitägiges Fest.

„Wir haben uns bereits zwei Wochen vorher Gedanken darüber gemacht, was wir alles brauchen und was die Flüchtlinge essen und trinken dürfen“, erzählt Benjamin Tari, Hauptamtlicher Mitarbeiter der Johanniter. Als Einrichtungsleiter ist er für die Flüchtlingsunterkünfte in den BBS, im Gymnasium am Wall und in Achim-Embsen verantwortlich.

Los ging es mit der Party schon am 30. Dezember. Da die muslimischen Flüchtlinge das islamische Neujahr nicht feiern konnten, wurde es praktisch nachgeholt, so feierten alle gemeinsam eben zwei Tage lang. Es gab Kekse, Chips, Schokolade und Cola, eben Dinge, die es sonst meistens nicht gibt.

Für die Musik sorgte für die Johanniter ein ehemaliger Syrer, der schon lange in Deutschland lebt. Mit Gitarre und Trommel brachte er alle in die richtige Feierstimmung. Viele schlossen auch einfach ihre Handys an die Stereoanlage an und spielten Musik aus ihrer Heimat. „Besonders schön war es zu sehen, dass wir sie alle dazu animieren konnten, auch zu der Musik aus anderen Ländern zu tanzen. Alle hatten riesigen Spaß“, freut sich Benjamin Tari.

Gerade auch die Kinder konnten bei diesem Fest die Schrecken der Flucht einmal vergessen und tanzten ebenso fröhlich wie die Erwachsenen. In den Turnhallen der BBS leben auch mehrere Familien mit insgesamt 40 Kindern.

Ein besonderes Erlebnis für alle war das Feuerwerk in der Silvesternacht. Nicht nur in der Umgebung wurde der Himmel bunt, die Johanniter hatten auch ein eigenes kleines Feuerwerk gezündet. „Wir haben das natürlich vorher kommuniziert und die Menschen darauf vorbereitet. Vor Ort waren psychologisch geschulte Kräfte. Wäre es zu einem Flashback gekommen, hätten wir eingreifen können, aber es gab keinen derartigen Vorfall“, so Tari.

Auch Hanadi und Yad hatten Spaß an den Feierlichkeiten. Beide kommen aus Syrien, Hanadi floh mit ihrem dreijährigen Sohn. Es seien zwei wirklich schöne Abende gewesen, erzählt sie. Die Kinder seien glücklich über die Süßigkeiten gewesen und hätten viel getanzt.

Yad erzählt, dass man vor dem Krieg Silvester in Syrien ähnlich gefeierthat wie hier, mit Partys, Feuerwerk und Sprühschnee aus Dosen.

Die beiden jungen Syrer fühlen sich gut aufgehoben, fast wie in einer Familie. Benjamin Tari sei so etwas wie ein Bruder für sie, verrät Hanadi. Auch Yad sieht das so. Er ist dankbar, dass die Betreuung über die reine Verpflegung hinausgeht und dass die Johanniter auch für die Probleme der Bewohner immer ein offenes Ohr haben. Er erwähnt, dass es so viele ehrenamtliche Helfer gäbe, die den Flüchtlingen die deutsche Sprache beibringen oder ihnen die Verkehrsregeln erklären.

„Wir sind froh darüber, dass uns viele Ehrenamtlich aus dem Ortsverband Verden helfen und Spaß daran haben. Das ist schön zu sehen, denn wir brauchen diese Unterstützung dringend“, so Tari.

ahk

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