Westerncamp der Schwarzpulverunion Aller-Weser im Verdener Stadtwald

Erinnerungen an eine vergangene Zeit

Karl-Heinz Oster (4.v.l.) beim Klönen in gemütlicher Runde. ·

Verden - „Nicht die Zeit der Cowboys und Indianer steht bei uns im Vordergrund, es ist mehr das Leben der Trapper und Waldläufer oder der ersten Siedler aus der Pionierzeit des Wilden Westens in den USA“, erzählt Karl-Heinz Oster, Chef der Schwarzpulverunion (SPU) Aller-Weser, die von Donnerstag bis gestern zum Westerncamp eingeladen hatte.

Bei diesem kleinen Lager zählte Oster etwas mehr 20 Zelte von Westernfreunden aus ganz Deutschland und aus Holland. „Im Herbst sind es weitaus mehr Teilnehmer und der ganze Platz voller Zelte“, freut sich Oster schon auf das zehnte Treffen im Oktober. Vor zehn Jahren hatte das Westernlager erstmals Fans der Szene angelockt.

Oster wurde 1976 mit dem „Virus Westernromantik“ angesteckt, als er auf einer Waffenbörse einen Revolver aus der damaligen Zeit erwarb. Kurze Zeit später trat er der SPU bei, die gerade erst gegründet worden war und zum Verdener Schützenverein gehört. 2002 übernahm er den Vorsitz. „Hier gibt es ideale Bedingungen für den Schießsport mit großkalibrigen Waffen“, so Oster.

Westerncamp im Verdener Stadtwald

In den 90er-Jahren kam Oster in Kontakt mit der Western-Szene, die bereits damals regelmäßige Treffen in verschiedenen Regionen organisierte. Allmählich reifte seine Idee, auch in Verden ein solches Lager auszurichten. Mit der Übernahme des Vorsitzes wurde der Gedanke Realität. Mit einigen Mitgliedern, die wie er zu den Westernfans im Verein zählten, bereitete er das Treffen vor.

„Hier finden sich junge und ältere Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft, die an eine längst vergangene und faszinierende Zeit erinnern wollen“, erläutert Oster. Gleichzeitig sei es eine gute Gelegenheit, den geschichtlichen Hintergrund kennen zu lernen, denn „die Entwicklung des Wilden Westens ist eng mit der Historie Europas verbunden“. Im 17. und 18. Jahrhundert seien viele Menschen ausgewandert, um in Amerika eine neue Heimat zu finden.

„Motivation und ein großer Spaßfaktor sind für uns außer dieser Freude an der Geschichte das Lagerleben und das Schießen“, ergänzt Oster. Das möglichst historische Drumherum wie Kleidung, Zelt und vielfach Mobiliar wird oft selbst hergestellt, und die Gewehre waren schon damals im Gebrauch oder sind Nachbauten dieser „Donnerbüchsen“. Auch das Essen bereiten sich etliche Westernfans selbst zu. Über Feuerstellen bruzzeln die Speisen in Töpfen und Pfannen. „Wir genießen diese Zeit und die Lagerfeuerromantik. Wenn man nach so einer Woche zurück in den Alltag soll, wird das ganz schön schwer“, so Oster.

Am Abschluss eines Tages steht das gemeinsame Lagerfeuer. Hier stehen aktuelle Dinge im Vordergrund der Gespräche. Spät abends geht es in die Schlafsäcke, und im Lager breitet sich Ruhe aus. Gestört werden die Bewohner im Gegensatz zur damaligen Zeit nicht durch das Heulen der Schakale, sondern höchstens durch die in der Nähe des Lagers vorbeifahrende Eisenbahn. Außerdem müssen die heutigen Trapper oder Siedler keine Angst vor Überfällen haben. ·

Das könnte Sie auch interessieren

Tote und viele Verletzte bei Unruhen wegen Tempelberg-Krise

Tote und viele Verletzte bei Unruhen wegen Tempelberg-Krise

Mindestens zwei Tote bei Protesten in Venezuela

Mindestens zwei Tote bei Protesten in Venezuela

Heidelbeer-Ernte im Heidekreis

Heidelbeer-Ernte im Heidekreis

Seebeben vor Kos versetzt Urlauber in Angst - so sieht die Insel nun aus

Seebeben vor Kos versetzt Urlauber in Angst - so sieht die Insel nun aus

Meistgelesene Artikel

22 Tonnen Äpfel auf Fahrbahn: A27 bei Verden gesperrt

22 Tonnen Äpfel auf Fahrbahn: A27 bei Verden gesperrt

Der brennende Mönch zündet in Verden

Der brennende Mönch zündet in Verden

Vom Männerballet bis Lucky Luke: Kirchlinter Schützen feiern unkonventionell

Vom Männerballet bis Lucky Luke: Kirchlinter Schützen feiern unkonventionell

Vorsicht gegenüber der Weser-Robbe

Vorsicht gegenüber der Weser-Robbe

Kommentare