Förderung noch bis zu 20 Jahren / Viel versprechende Bohrungen bei Walsrode / Hocker zu Besuch

Erdgas bei Langwedel endlich

Betriebsleiter Sven Burmester (li) und Mitarbeiter informierten den FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Gero Hocker (2.v.re.) und Parteifreund Karl-Heinz Hildebrandt umfassend über die Erdgasgewinnung des Förderbetriebs der RWE Dea in Langwedel.

Langwedel - (mb) · Über 95 Prozent des inländischen Erdgases kommen aus Niedersachsen. Die Erdgasfelder Langwedel-Völkersen, Hemsbünde und Bötersen im Rotenburgischen gehören dabei zu den zehn produktionsstärksten in Deutschland. So informierte sich jetzt der umweltpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, der Achimer Abgeordnete Dr. Gero Hocker, ausgiebig im Förderbetrieb Niedersachsen der RWE Dea in Langwedel-Schülingen.

Seit Produktionsbeginn im Jahre 1992 sind im Feld Völkersen über zehn Milliarden Kubikmeter Gas gefördert worden, wie Betriebsleiter Sven Burmester und seine Mitarbeiter Michael Mühlböck und Dirk Lankenau informierten.

Etwa 2,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr, ein Sechstel der gesamten deutschen Produktion, fördert man hier, allerdings wohl nur noch zehn bis 20 Jahre, denn die relativ umweltfreundliche Energie Erdgas ist hier endlich. Auch die gesamten deutschen Erdgasreserven von rund 200 000 Milliarden Kubikmetern dürften in 15 bis 20 Jahren zur Neige gehen.

Gebildet hatte sich das Erdgas vor 300 Millionen Jahren, als die Grabenstruktur in der Karbonzeit mit Sedimenten des Rotliegenden und den gasführenden Sandsteinschichten in rund 5000 Metern Tiefe entstand.

Seit knapp 20 Jahren wird dieser heimische Schatz für die nationale Energieversorgung gewonnen. 31 Bohrlöcher hat die RWE Dea errichtet mit Kosten von jeweils 20 Millionen Euro. Bis zu 30 000 Kubikmeter in der Stunde und neun Millionen Kubikmeter pro Tag können hier gefördert werden. Vielversprechend ist derzeit eine weitere Bohrung bei Walsrode.

Wie dem umweltpolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion detailliert dargestellt wurde, wird das Gas aus dem porösen, durchlässigen, teilweise aber noch freigeschossenen und gebrochenen Sandstein bei 156 Grad und 540 Bar gewonnen, bis es dann mit 100 Grad an der Oberfläche ankommt.

Riesige „Kühlschränke“ und Verdichtungsanlagen sorgen dafür, dass es später mit 16 Grad und 73 Bar ins Leitungsnetz abgegeben werden kann.

Vorher jedoch muss es noch getrocknet und von Kohlendioxid, Kohlenwasserstoff und Quecksilber zum Beispiel separiert werden. Allein 19 Tonnen Quecksilberschlamm fallen im Jahr bei dieser Reinigung des RWE-Dea-Gases an.

Alles erfolgt natürlich unter genauen Umweltauflagen und Absprachen. Auch die kleinsten Störungen bei diesen Arbeiten an den Bohranlagen, den 170 Kilometer langen Förderleitungen und anderen Teilen des Maschinenparks führen sofort dazu, dass die gesamte Anlage dicht gemacht wird und auch die Stromversorgung abgeschaltet wird.

So sind Betriebsleiter Sven Burmester und seine 64 Mitarbeiter auch stolz darauf, dass Unfälle kaum vorkommen.

Außer der RWE-Dea-Mannschaft profitieren von der Erdgasförderung in Langwedel und Rotenburg besonders im Zeitraum von April bis Oktober auch rund 100 Beschäftigte in beauftragten heimischen Firmen.

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