Nach dem Ernstfall des Großbrands die Übung eines Gebäudeeinsturzes mit Verschütteten

THW übt für Erdbebeneinsatz

Das Achimer THW nach der höchst anspruchsvollen Übung für einen Erdbebeneinsatz in der Bundesschule in Hoya.

Achim - /HOYA n Nachdem der Zugtrupp, die Führungskomponente des Technischen Hilfswerks Achim (THW) in der Nacht von Montag auf Dienstag noch die Einsatzabschnittsleitung für die eingesetzten THW Kräfte bei dem Großbrand in Drakenburg gestellt hatte, übte dieser am Wochenende mit den beiden Bergungsgruppen des THW Achim den Rettungseinsatz bei Gebäudeeinstürzen.

Beim Eintreffen der Fahrzeuge und Mannschaften auf dem Gelände der THW- Bundesschule Hoya hatte sich folgendes Bild geboten:

Ein knapp acht Meter breiter, bis zu sechs Metern hoher und 50 Meter langer Trümmerhaufen aus Stahlbeton, Steinen, Stahlplatten und Geröll lies noch erahnen, dass es sich mal um ein Gebäude gehandelt haben muss.

Hilferufe waren nur leise zu vernehmen. Bevor erste Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden konnten, erkundeten einige Helfer die Lage. Zeitgleich richtete der Zugtrupp eine Führungsstelle vor Ort ein.

Der Zugtrupp dient im Einsatz zur Koordinierung der eingesetzten Helfer, Fahrzeuge und Geräte, dokumentiert und plant den Einsatzverlauf und stellt die Verbindung zu anderen Organisationen her.

Nach der Erkundung wurden zwei Abschnitte gebildet, in denen eine Bergungsgruppe ihren Auftrag zur Menschenrettung erfüllen musste. Bei der ersten Person versperrten ein zwei Tonnen schweres Stahlbetonrohr und viele Trümmerteile den Zugang. Diese konnten mittels eines Seilzuggerätes entfernt werden und die Person konnte gerettet werden.

Nun galt es, in den Trümmerhaufen einzudringen. Hierzu war es erforderlich, einen senkrechten Schacht durch die Trümmerteile zu bauen und zu verhindern, dass Trümmerteile nachrutschen.

Anschließend war der Zugang zu einem Teil des Tunnelsystem freigelegt, wobei der Weg immer wieder durch Stahlrohre und Holzbalken versperrt wurde. Auch hier stießen die Helfer nach kurzer Zeit wieder auf einen Verletzten. Um an dieser Stelle weiterzukommen mussten sie knapp eine Tonne Sand mit Eimern und Klappspaten aus dem Tunnelsystem entfernen, um dann mit technischem Gerät einen Mauer- und einen Deckendurchbruch zu erreichen.

In diesem Abschnitt konnten somit zwei weitere verletzte Personen nach Erster Hilfe gerettet werden. Sämtliche Arbeiten wurden durch das enge und dunkle Tunnelsystem erschwert, zum Teil waren die Durchgänge nicht größer als die Maße eines Getränkekastens.

In dem zweiten Einsatzabschnitt war es nicht leichter für die Helfer der zweiten Bergungsgruppe. Konnte ein Verletzter noch recht schnell mit Krankentragen und Leitern gerettet werden, musste für die Rettung der nächsten Person schon ein Deckendurchbruch durch 50 cm starken Stahlbeton hergestellt werden. Ein weiteres Vorankommen war jedoch im Tunnelsystem nicht möglich. Somit blieb nur die Möglichkeit eines Schachtbaus von der Seite in das Tunnelsystem. Aber auch hier erschwerten Stahlrohre und ganze Deckenteile aus Stahlbeton den Zugang. Schließlich konnten auch in diesem Bereich alle fünf verletzten Personen gerettet werden.

nIm Auftrag

nder UNO

Errichtet wurde die Übungsstrecke um die „Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland“ (SEEBA) der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk auf ihre Einsatzfähigkeit zu prüfen. Diese erfüllt als erste deutsche Einheit die internationalen Rahmenvorgaben der Vereinten Nationen für humanitäre Soforthilfeeinsätze nach Erdbeben im Ausland.

Nach der erfolgreichen Prüfung am Wochenende wurde die SEEBA als so genanntes „Heavy Team“ in den Einsatzkatalog der INSARAG (International Search and Rescue Advisory Group) aufgenommen.

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