Kilmaschutzmanager im Gespräch / Wettbewerb für Schulen geplant

Energiefresser werden unter die Lupe genommen

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Karl-Heinz Winter.

Kirchlinteln - Die Gemeinden Kirchlinteln und Dörverden wollen, gemeinsam mit den anderen Gemeinden im Aller-Leine-Tal (ALT), zur „Plus-Energie-Region“ werden. Ein vorbildliches Ziel, aber bis dahin gibt es noch viel zu tun. Karl-Heinz Winter, seit einem halben Jahr Klimaschutzmanager im ALT, erklärt, wie der Weg dorthin aussehen soll.

„Das langfristige Ziel ist es, das ALT unter konsequenter Nutzung regenerativer Energien und Ausschöpfung der Energieeinsparpotenziale zu einer Region zu entwickeln, die, in Einklang mit Einwohnern und Landschaft, mehr Energie erzeugt als sie selbst verbraucht“, erklärt Winter die Grundidee.

Im Jahr 2009 hat das ALT deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, um die energetischen Potenziale aufzuzeigen. „Es zielt darauf, verbindliche und nachvollziehbare Grundlagen für investive Maßnahmen in den öffentlichen Liegenschaften zu schaffen sowie weitere, nicht investive Einsparpotenziale durch ein verändertes Nutzerverhalten und organisatorische Maßnahmen zu erschließen“, so Winter. „Aber ebenso wichtig sind die Bewohner im Aller-Leine-Tal. Denn ohne sie wird dieses ehrgeizige Ziel nur schwer zu erreichen sein.“

Im Rahmen dieses Konzeptes fiel auch die Entscheidung im ALT, einen gemeinsamen Förderantrag für einen Klimaschutzmanager zu stellen, da die personellen Kapazitäten der einzelnen Kommunen für das Aufgabenspektrum nicht ausreichen.

Winter arbeitet eng mit den Kommunen zusammen. „Da ich nicht aus der Verwaltung komme, sondern aus der Wirtschaft, war es anfangs nicht ganz einfach, die Prozesse zu durchschauen. Aber nach und nach bekomme ich immer mehr Einblick, auch durch die sehr gute Unterstützung aller Beteiligten in den Gemeinden.“

Winters wichtigste Ansprechpartner sind, neben den Bürgermeistern, auch die Energiebeauftragten, die im Bauamt ansässig sind. Der Energiebeauftragte der Gemeinde Dörverden ist Jürgen Precht, in Kirchlinteln ist es Gunter Zabe. „Auch die Hausmeister der Liegenschaften sind für mich Schlüsselfiguren. Mit ihnen möchte ich langfristig ein Netzwerk aufbauen, um die Objekte energetisch und kostenoptimiert zu betreiben.“

Im Vorfeld wurden Klimaschutzteilkonzepte erstellt, wobei in jeder Gemeinde einige Liegenschaften auf energetische Modernisierung hin untersucht wurden. In Kirchlinteln sind es zum Beispiel das Schulzentrum, die Grundschule und Turnhalle in Luttum. „Auch Bendingbostel wird ins Auge gefasst.“ In Dörverden wurden die Seniorenwohnungen betrachtet und auch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik ist ein Aspekt. Auch das Rathaus soll einer Untersuchung unterzogen werden.

Wenn eine Liegenschaft zum „Energiefresser“ wird, hat das oft die immergleichen Gründe: „Alte Heizungstechnik, alte Fenster, damalige Bausünden. Das sind die Klassiker.“ Aber auch alte Beleuchtungstechniken sorgen für Verluste.

Intelligente Zähler

für bessere Daten

Inwieweit Winters Lösungsvorschläge umgesetzt werden können, wird dann aber mit der jeweiligen Haushaltsituation der Gemeinde zusammenhängen. „Manche Objekte wurden ja bereits teilsaniert, sind somit auf gutem Stand, bei anderen ist noch einiges zu tun, und manchmal wird sich wohl eine Sanierung wirtschaftlich auch nicht lohnen.“

Intelligente Zähler sollen Grundlage für ein automatisiertes Energiecontrolling sein. Das ermöglicht eine genaue Analyse und Auswertung der Verbrauchsdaten und des Nutzerverhaltens. Auf dieser Grundlage kann Winter weitere Einsparvorschläge erarbeiten.

Konkret angegangen ist Winter auch bereits einen Energiesparwettbewerb an den Grundschulen: „Ich hatte in den letzten Wochen viele Termine und habe den Wettbewerb in den Grundschulen vorgestellt. Ich freue mich darüber, dass bereits einige verbindlich zugesagt haben.“

Beim Wettbewerb werden die teilnehmenden Grundschulen sehr individuell betrachtet, denn jede hat einen eigenen Ist-Zustand und somit unterschiedliche Potentiale. In Zusammenarbeit mit Winter sollen die Schüler beispielsweise lernen, eigenverantwortlich darauf zu achten, dass das Licht aus ist, wenn der Raum verlassen wird, die Fenster während des Heizens geschlossen sind und nur stoßweise gelüftet wird. Weiterhin sollen Schüler lernen, Energielecks, wie mit Möbeln verstellte Heizkörper oder verschmutzte Leuchten zu erkennen und auch energetische Zusammenhänge verstehen.

„An den eingesparten Kosten sollen die Schulen in Form einer Prämie beteiligt werden“, erklärt Winter. „In welcher Höhe und Form – dafür bedarf es aus haushaltsrechtlichen Gründen eines Gemeindebeschlusses.“

Insgesamt eine Menge Arbeit, aber Winter gefällt sein neuer Job mit seinen Herausforderungen. „Ich verstehe mich als Wegbereiter und habe viele engagierte Leute kennen gelernt, die hinter dem Projekt Plus-Energie-Region stehen. Ich bin der Meinung, dass das ALT auf einem sehr guten und erfolgversprechenden Weg ist.“ · rei

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