Suchtexpertin Regina Haack spricht über Medien im Kinder-Alltag / Präventionsrat lädt ein

Eltern sollen Lust auf Leben machen

In Verden war es die Arbeitsgruppe Internet mit (v.l.) Sabine Kopp-Danzglock, Jörn Gehrmann, Christian Piechot, Heino Vajen, Carola Cordes und Hans-Jürgen Bohling, die Regina Haack (4.v.l.) als Referentin eingeladen hatte. Auch Vereine, Verbände und Schulen können gerne bei der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention Vorträge und Aktionen anfragen ·
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In Verden war es die Arbeitsgruppe Internet mit (v.l.) Sabine Kopp-Danzglock, Jörn Gehrmann, Christian Piechot, Heino Vajen, Carola Cordes und Hans-Jürgen Bohling, die Regina Haack (4.v.l.) als Referentin eingeladen hatte. Auch Vereine, Verbände und Schulen können gerne bei der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention Vorträge und Aktionen anfragen ·

Landkreis - Wann ist ein Kind reif für Computer und Internet? Wie viele Stunden darf es am PC oder mit der Spielkonsole verbringen? Diese und andere Fragen rund um die Medienerziehung acht- bis elfjähriger Kinder diskutierten Experten in der Verdener Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule.

„Spielen-Zappen-Klicken, Medien im Alltag und was Eltern dazu wissen sollten“, dazu referierte Regina Haack von der Fachstelle Sucht und Prävention des Diakonischen Werks Verden. Eingeladen hatte die Arbeitsgruppe Internet des Präventionsrats Verden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Internet erfahren statt Gefahren“.

„Wir haben momentan die erste Elterngeneration, die weniger weiß als ihre Kinder“, betonte Haack. Gerade deshalb sei es für die Eltern unerlässlich, die Kontrolle über das Spielverhalten ihrer Kinder zu behalten. „Im Grundschulalter ist das noch gut möglich, je älter die Kinder werden, desto schwieriger ist es“, so die Expertin. Aber was fasziniert die Kinder an Computerspielen? Hier nannte Regina Haack mehrere Gründe: die ansprechende Grafik, der Glückszustand, der das Lösen gestellter Aufgaben hervorruft, Macht und Einfluss und nicht zuletzt die Gemeinschaft beim Onlinespielen. „Das Gefühl, ich bin nicht allein, ist ganz essenziell“, so Haack.

Einige wertvolle Ratschläge für einen vernünftigen Umgang mit Computerspielen hatte die Referentin mitgebracht. Eltern sollten sich genau darüber informieren und unbedingt die Altersbeschränkung beachten. Ferner sollten sie sich für die Vorlieben der Kinder interessieren und selbst einmal mitspielen. Wichtig seien klare Regeln, die die Spieldauer festlegten. Damit das Kind sich nicht ausschließlich in der virtuellen Welt bewege, sei es zudem sehr wichtig, Lust auf das Leben zu machen. Dazu gehörten Begeisterung für Sport oder das Erlernen eines Musikinstruments. Mit ihrem eigenen Verhalten sollten die Eltern zudem ein Vorbild sein.

Auch auf die im Internet lauernden Bedrohungen ging Regina Haack ein. „Mehr als die Hälfte aller Kinder surfen einfach drauflos, das ist gefährlich“, warnte die Expertin. Gerade für die Jüngeren empfahl sie den Zugang zum Internet über http://www.meine-startseite.de. Auf jeden Fall sollten die Eltern ein Vertrauensverhältnis zu ihren Kindern aufbauen, damit sie sich mitteilen, wenn sie im Netz auf etwas stießen, das sie ängstige.

Der allzu großen Medienpräsenz im Unterricht steht Haack kritisch gegenüber. „Medienmündigkeit ist besser als Medienkompetenz.“ Grundschulkinder bräuchten keinen PC, um verantwortungsbewusste Menschen zu werden. · ahk

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