Werke aus 16 norddeutschen Künstlerkolonien : Sommerausstellung des Kunstvereins in Buthmanns Hof wurde eröffnet

Von Ekensund bis zu Fischerhude

EuroArt-Generalsekretär Dr. Benno Risch (rechts) zeigte sich von der Ausstellungskonzeption in Fischerhude nachhaltig beeindruckt.Fotos(2): Keppler

Fischerhude - (kr) „Ursprünge der Sehnsucht“ titelt die große Sommerausstellung des Fischerhuder Kunstvereins im Buthmanns Hof, die am Freitag in feierlichem Rahmen eröffnet wurde. Thematisiert werden darin Künstlerkolonien in Norddeutschland von Dangast bis Ekensund, von Dötlingen über Usedom und von Bardowick bis Fischerhude, wobei auch Worpswede natürlich nicht fehlen darf.

Eine Fülle von Bildern, vornehmlich in Öl auf Leinwand, aber auch in anderen Maltechniken, zeugen von der Begeisterung der Künstler für Landschaftsdarstellungen.

Nach einem kurzen Grußwort von Ortsbürgermeister Gerhard Behrens und musikalischer Begrüßung durch Ihno Tjark Folkerts auf der Violine, der seinem Instrument ruhige und besinnliche Töne entlockte, wurde das Wort an einen besonderen Gast weitergereicht: Dr. Benno Risch, Generalsekretär der EuroArt in Brüssel, die alle europäischen Künstlerkolonien als Vertretung in sich vereinigt. Über diese Einrichtung klärte Dr. Risch das Publikum im Festsaal des Buthmannschen Hofes zunächst näher auf.

Dabei ging er ausführlich auf die Bedeutung der einzelnen Künstlerkolonien ein und regte an, dass auch Fischerhude sich der europäischen Vereinigung von mehr als 90 Orten anschließen möge. Der Wümmeort mit seiner Malervergangenheit und seiner interessanten Zukunftsperpektive sei dort hochwillkommen.

Dr. Risch outete sich als ausgesprochener Fischerhudefreund und lobte die Vielfalt der Bilder, die Petra Hempel und Wolf-Dietmar Stock für die Ausstellung zu einem sehenswerten Ganzen konzipiert hätten.

Er erinnerte an die berühmte französische Künstlerkolonie Barbizon, die die meisten Maler der Epoche um 1900 und davor geprägt habe. Aber auch Willingshausen bei Fulda, wo sich einer der drei Grimm-Brüder niedergelassen hatte, um als Zeichner zu arbeiten, beschrieb er als wichtig für die Entwicklung der Malerei vor der Natur. Willingshausen sei quasi der Urort der Künstlerkolonien in Europa, obwohl die kleine Kolonie Frauenchiemsee schon zwei Jahre vor Barbizon durch das Wirken zahlreicher Münchner Künstler von sich reden gemacht hatte.

Die Gemeinde der Künstlervereinigungen wird laut Dr. Risch von Jahr zu Jahr größer, was ein Beweis dafür sei, das die Bewegung der Maler, die sich damals entschlossen hatten, neue künstlerische Wege einzuschlagen, bedeutender war als zunächst angenommen.

„Künstlerkolonien nahmen eine europäische Dimension an. Alle wichtigen Kunstschaffenden der Moderne sind darin vertreten. Es gibt bei EuroArt eine Entwicklung, so gut wie alle Facetten aufzuzeigen, die es in der Kunst gibt“, erklärte Dr. Risch. Er lobte die Sommerausstellung vom Inhalt und dem Konzept her als geniale Idee und stellte die Arbeit des Kunstvereins als beispielhaft heraus.

Wolf Dietmar Stock verriet dem Publikum, dass ein paar der Bilder erst wenige Stunden vor der Ausstellungseröffnung eingetroffen seien. „Die Kornernte“, von Heinrich Breling 1912 gemalt, sei ein exemplarisches Beispiel, dass viele Künstler seiner Zeit im gleichen Stil gearbeitet hätten, ohne sich zu kennen und ohne voneinander zu wissen.

Stock erinnerte noch an ein zweites Phänomen: Unabhängig voneinander betätigten sich zahlreiche Künstler an verschiedenen Orten als Naturschützer und nutzten ihre Bekanntheit, um die schon damals bedrohte Natur zu retten.

Bilder wie „Schiffe am Anlegerhafen von Norderney“, gemalt von Paul Ernst Wilke um 1922, oder „Die Furt an der Wümme“ von Rudolf Franz Hartogh aus dem Jahr 1915 entzückten das Publikum, das sich nach der Eröffnung in die beiden Galerieetagen begab, um zu schauen.

Die Leihgaben aus Museen, Galerien und privaten Sammlungen sind bis zum 4. Oktober zu sehen.

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