„Blue Bay“ stellte Pläne für Wasserski- und Freizeitanlage am Oyter See vor / Regionalwirtschaftliche Bedeutung betont

„Einzigartige Eventlocation“ am See

Kreiszeitung Syke

Oyten - (pee) · Einen Bürgermeister als wandelnden Werbemacher hatte Oyten auch noch nicht erlebt – bis Montagabend, als nämlich Günter Harders, Chef der ostfriesischen Gemeinde Ostrhauderfehn, entschlossen in den Oytener Rathaussaal marschierte und in höchsten Tönen von der „Blue Bay“-Wasserskianlage auf seinem Idasee schwärmte. Angesichts der Aufwertung des Sees und der touristischen Belebung Ost-rhauderfehns, wo „Blue Bay“ Wasserski regelrecht zum Breitensport gemacht habe, wollte Bürgermeister Harders dem Oytener Gemeinderat höchstpersönlich und wärmstens empfehlen, auch den Oyter See in ein Wasserski-Paradies verwandeln zu lassen.

Entsprechende Pläne verfolgt das Unternehmen „Blue Bay Wasserski & Freizeitanlagen“ aus Heede/Ems seit zwei Jahren am Oyter See – mit bislang vielen positiven Gesprächen in viele Richtungen, einem erfolgreichen Testbetrieb im Sommer, aber noch ohne durchschlagenden Erfolg. Der hängt vom politischen Willen in der Gemeinde Oyten ab, die die erforderliche Bauleitplanung auf den Weg bringen muss.

Sein überarbeitetes Konzept stellte Jan Brünjes, Wasserski-Ass, Trainer und Sportmanager im Familienbetrieb „Blue Bay“, am Montagabend dem Gemeinderat vor. Danach will „Blue Bay“, bereits Betreiber der beiden Wasserski- und Wakeboard-Parks mit Freizeit-Drumherum und rund 50 000 Gästen jährlich am Heeder See und am Idasee, jetzt auch den still vor sich hin ruhenden Oyter See als „Wasserski- und Freizeitsee aufwerten“, so Brünjes. Unterstützt werden die Pläne vom Knaus-Campingpark am Oyter See, der auf eine Attraktivierung angewiesen ist. Aus naturschützerischer Sicht wäre die Freizeitanlage kein Problem, wie der Landkreis Verden, auch Miteigentümer des Sees, mehrfach erklärte.

Brünjes’ bunte Präsentation zeigte einen professionell ausgestatteten und geführten Wassersportpark mit einer international wettkampffähigen Fünf-Mast-Wasserskiseilbahn Richtung Seemitte, noch einem Zwei-Mast-Lift quer dahinter sowie Erweiterungsoptionen im unteren Bereich des Gewässers – „falls plötzlich ganz Bremen Wasserski laufen will“. Ein Service- und Startgebäude am unteren Ufer in der Mitte des Sees, Rücklaufstege im Wasser, Gastronomie sowie Beachvolleyball- und Trampolinanlagen und später eventuell ein Kletterwald runden die Planungen ab. Badestrand und Tretboote sind bereits vorhanden. Brünjes betonte das Alleinstellungsmerkmal als „einzigartige Eventlocation“ im Umkreis von 80 Kilometern für Erlebnissportbegeisterte von 8 bis 80 Jahren.

Besonders hob Brünjes die regionale wirtschaftliche Bedeutung eines Wassersportparks am Oyter See hervor: Sechs feste Arbeitsplätze und 60 Aushilfen – mache rund „200 000 Euro lokale Gehälter“. Jeder Freizeitgast setze zusätzlich 20 Euro in der lokalen Wirtschaft um, was bei erwarteten 20 000 Gästen im Jahr „400 000 Euro neue Kaufkraft“ nach Oyten bringe. Der Freizeitsee selbst werde für rund 200 000 Euro Waren und Dienstleistungen im örtlichen Gewerbe nachfragen. Das Investitionsvolumen von „Blue Bay“ am Oyter See bezifferte Brünjes auf 2 Mio. Euro in acht Jahren.

▪ Parkplatz am

▪ Seeufer geplant

In einer späteren Phase ist der Bau eines zweiten Parkplatzes an der Seemitte geplant, um den Campingpark-Parkplatz zu entlasten und den Wassersportlern kurze Fußwege zu bieten. Womit die Sprache auf den Knackpunkt Zuwegung und Parken kam. An 84 Standardbetriebstagen in der Saison erwartet „Blue Bay“ 90 Gäste mit 45 Autos, an fünf Hochbetriebstagen 268 Besucher mit 134 Autos. Da sich die Besucher über den Tag verteilen, werden laut Brünjes’ Berechnung „im ärgsten Fall 90 Parkbuchten gleichzeitig benötigt“. Diese Zahl erhöhe sich auf 115, wenn der Kletterwald gebaut werden sollte. Dann rechnet „Blue Bay“ am Oyter See mit insgesamt rund 28 900 Gästen im Jahr.

Seine verschiedenen Varianten zur Finanzierung von Seepflege und neuen Parkflächen samt Zuwegung gab Brünjes Rat und Verwaltung schriftlich an die Hand. Grundsätzlich geht er von einer Refinanzierung durch die Parkraumbewirtschaftung (Stichwort: kostenpflichtige Schrankenanlage) aus – aber auch von einer „fairen finanziellen Beteiligung der von Imagegewinn und neuer Wirtschaftskraft profitierenden Gemeinde Oyten“ an den geschätzten Baukosten von 180 000 Euro für Zuwegung und Parkplatz.

Das „Blue Bay“-Konzept, nach Brünjes’ Vortrag wortreich unterstützt vom Ost-rhauderfehner Bürgermeister, wird jetzt intern in den Oytener Ratsfraktionen beraten und später öffentlich in den politischen Gremien.

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