Die Oberstufe des Gymnasiums am Wall beteiligt sich am Projekt „Tanz macht Schule“

Eine wahnsinnige Choreographie

Marion Amschwandt von Tanzwerk Bremen zeigt den Schülern, wie es geht. Fotos(3): nie

Verden - (nie) · In der kleinen Sporthalle des Gymnasiums am Wall ist es auffallend leise und viel ruhiger als im Unterricht. Dabei handelt es sich durchaus um eine richtige Schulstunde, wie Lehrerin Mechthild Blumberg versichert. Denn die Oberstufenschüler der AG Darstellendes Spiel machen bei „Tanz macht Schule“ mit, einem schulübergreifenden Projekt des Tintenklecks. Die Leistungen der Teilnahme werden bewertet und sind Bestandteil der Zeugnisnote.

Tanzen verbindet, selbst dort, wo Sprache längst ihre Funktion verloren hat. Daran hat sich der Schülerbeitrag an „Tanz macht Schule“ orientiert. Die Schüler wollen eine besondere Form des Ausdruckstanzes auf die Bühne bringen, welcher die Grenzen zwischen Realität und Wahnsinn beschreiben soll.

Unzählige Male bäumen sie sich auf, fallen wieder in sich zusammen, drehen sich wie irre, wanken hin und her, halten inne und breiten ihre Arme aus, als wollten sie sich geradewegs in den Himmel katapultieren. Ein anderes mal erstarren die Tänzer in einer Pose, als habe der Kampf des Lebens ein Ende gefunden.

Kaum ist das Dargebotene zu beschreiben. Worte reichen nicht aus, um die Beklemmung und Anstrengung zu schildern, die die Oberstufenschüler gemeinsam mit Tanzpädagogin Marion Amschwandt vom Tanzwerk Bremen und ihrer Lehrerin Mechthild Blumberg choreographieren. Mit jedem Schritt, jeder Bewegung wollen sie sich scheinbar in die Seelen der Zuschauer hineintanzen. 16 Schüler machen mit und suchen thematisch das Extreme: „Sie haben als Oberbegriff den Wahnsinn gewählt“, erklärt Amschwandt, die den kreativen Ideenpool der Gruppe dämpfen musste. „Ich habe das Thema in machbare, nicht ganz so egozentrische Bahnen gelenkt“, schmunzelt sie. Sie wolle kein Irrenhaus darstellen, sondern vielmehr die Facetten psychischer Prozesse menschlichen Seins aufzeigen. „Wie entstehen Gefühlslagen, woraus nähren sie sich, wie kommt es, dass Gefühle ausufern können?“ Das seien eher die Fragen, die im Fokus der Choreographie stünden, erklärt Amschwandt und, dass zwar eine Fülle an Fragen aufgeworfen würde, man die Antworten aber schuldig bleibe. Bereits seit Anfang September wird für die drei Vorstellungen am 16. und 17. Dezember in der Verdener Stadthalle geprobt. Viel Aufwand für einen dreimal je zehnminütigen Auftritt, ein exorbitant kräftezehrendes Spektakel für jeden einzelnen Darsteller.

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