Abgenagte Bäume entdeckt / Tier gilt in Niedersachsen seit 1856 ausgestorben

Eine kleine Sensation: Der Biber ist an der Aller zurück

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Naturschützer Hans-Jürgen Maaß vor einem der abgenagten Baumstämme an der Aller.

Verden - Der Biber ist zurück. Hans-Jürgen Maaß vom Nabu Verden entdeckte vergangene Woche zufällig bei einer Wasservogelzählung an der Aller einen frisch abgenagten Baum. Überzeugt, dass dort ein Biber am Werk war, ist auch Thomas Arkenau vom Fachdienst Wasser, Abfall und Naturschutz beim Landkreis.

Maaß wollte zunächst gar nicht glauben, was er dort sah. „Ich war mir zwar sicher, dass dort ein Biber genagt hat, denn die Fraßstellen sind sehr charakteristisch“, sagt der erfahrene Naturschützer. Trotzdem holte er noch die Meinung von seinem Nabu-Kollegen Joachim Winter aus Langwedel ein. Beide waren sich einig: Der spitz angenagte Baum ist das Werk eines Bibers.

Beim Landkreis war man nicht überrascht von der Info. Kurz zuvor habe man schon einen Hinweis bekommen, sagte Arkenau auf Nachfrage. Genauso wie Maaß hatte er noch zwei weitere Stellen an der Aller entdeckt, die auf die Rückkehr des größten einheimischen Nagetiers hindeuten. Eine Stelle erschien recht frisch, die andere könnte aus dem letzten Herbst stammen.

„Ich war überrascht, dass er jetzt schon da ist“, sagte Arkenau. Der Biber sei schon länger wieder auf dem Vormarsch in Niedersachsen, aber er habe erst in den nächsten zehn Jahren mit ihm in Verden gerechnet. Vorher habe er die Rückkehr des Fischotters vermutet, denn der schwimme weitere Strecken, erklärte Arkenau.

Der Biber war einst in Deutschland weit verbreitet, galt aber nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums seit dem Jahr 1856 in Niedersachsen als ausgestorben. Mit der Grenzöffnung zur ehemaligen DDR war der Weg dann auch für den Biber wieder frei. Im benachbarten Heidekreis soll es vor ein paar Jahren schon mal Hinweise auf den Biber in der Aller gegeben haben, berichtete Arkenau. Vor zwei Jahren wurden Biberspuren an der Wümme in Fischerhude entdeckt.

Wann es zuletzt in Verden Biber gab, konnte Arkenau nicht sagen. Mit Maaß hofft er, dass sich der Biber hier wieder ansiedelt. „Viele Störungen durch den Menschen könnten ihn jedoch wieder vertreiben“, befürchtet Arkenau und hofft, dass sich die Bürger nun nicht auf die Suche nach dem tierischen Sympathieträger machen. · wb

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