Duftzaun: Weniger Kraftfahrzeugunfälle mit Wildtieren

„Eine Investition, die sich lohnt“

Ein kleines Gerät mit großer Wirkung: 90 dieser Duftstoffhalter hat der Hegering Verden-Nord an der Kreisstraße 9 aufgestellt – die Zahl der Wildunfälle ging erheblich zurück.

Daverden - Mit finanziellen Mitteln des Verdener Hegefond wurde im Mai 2008 im Jagdrevier Daverden an der Kreisstrasse K9 (Verbindung Daverden und Grasdorf) ein Duftzaun errichtet. Zweck des Duftzaunes ist das Überqueren von Wildtieren über diese viel befahrene Strasse zu verhindern. „Das Resultat der letzten 12 Monate ist beeindruckend. Es sind um die Hälfte weniger Wildunfälle seit dem Mai 2008 geschehen“, zieht Frank Fass vom Hegering Verden-Nord jetzt Bilanz

Seit dem Jahr 2001 werden alle Wildunfälle auf der K9 erfasst. Im Durchschnitt wurden bis April 2008 jährlich 24 Tiere, zu denen Rehe, Damwild und Wildschweine zählen, durch Kraftfahrzeuge getötet.

Auf fünf Kilometer Länge sind 90 Duftstoffhalter, also etwa alle 50 Meter, neben der Strasse aufgestellt worden. Obwohl auch die Verdunstung zur Leerung der Duftstoffe beträgt, haben die Stoffe fast ein ganzen Jahr lang ihre Dienste geleistet.

Durch den Duftzaun entstanden weniger Personen- und Sachschäden, so Frank Fass. Ferner freuten sich die Jäger auch gleichzeitig in der Aufgabe der Hege des Wildes erfolgreich zu sein. Denn auch die Zahl der durch die Kraftfahrzeuge getöteten Tiere ist deutlich reduziert worden.

Die Wirkung des Duftzaunes habe man ganz konkret beobachteten können. Als einer der Jäger abends auf einem Hochsitz saß, sah er wie ein Reh die Strasse überqueren wollte. Es bekam den vergrämenden Duft des Zaunes in die Nase und verringerte sofort die Fortbewegungsgeschwindigkeit. Durch das Abbremsen des Tieres vor dem Zaun nimmt es wiederum die Kraftfahrzeuge besser wahr und rennt nicht mehr vor das Kraftfahrzeug. „Die Schutzmaßnahme funktioniert“, lautet die Erkenntnis der Jäger.

Allerdings muss man bei aller Freude auch Einschränkungen und Zugeständnisse an die Natur machen. Tatsächlich funktioniert der Duftzaun nur in Abhängigkeit zur Windrichtung. Weht der Wind derart, dass der Duft zur Straße weht und nicht in die Felder, ist der Zaun fast wirkungslos. Daher kann der auftretende Restschaden nicht vollständig ausgeschaltet werden.

Außerdem hat der Hegering eine große Bitte und gleichzeitig eine Warnung: „Die Duftstoffe dürfen nicht aus den Duftzäunen entfernt werden, da sonst die Zäune ihre Wirkung verfehlen. Ferner sind die Duftstoffe sehr ätzend. Der falsche Umgang damit hat schwere gesundheitliche Folgen.

Die Ersterrichtung des Zaunes kostete 900 Euro. Hinzu kommen Folgekosten für die Erneuerung der Duftstoffe. „Eine Investition, die sich lohnt“, ist sich Frank Fass mit seinen Kollegen sicher.

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