Sanierung der Häuser in der Ritterstraße

Eine gütliche Einigung scheint in Sichtweite

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Eine Einigung an der Ritterstraße scheint in Sicht.

Verden - Von Wiebke Bruns · Seit Jahren sind die Bauruinen in der Ritterstraße Nummer 2 und 4 vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Nun könnte es endlich zur Sanierung kommen. Eine Verhandlung gestern vor der 8. Zivilkammer des Landgerichts Verden hat vielleicht den notwendigen Anstoß gegeben.

Auch wenn es dort eigentlich um das Besitzverhältnis des direkt angrenzenden unbebauten Grundstücks ging.

Die 360 Quadratmeter große Freifläche war im Jahr 2001 der Eigentümerin der benachbarten Häuser in der Ritterstraße übertragen worden. Der Kaufpreis in Höhe von 72 000 Mark wurde gestundet, unter der Bedingung, dass die beiden angrenzenden Häuser in Abstimmung mit der Denkmalpflege saniert werden.

Weil dies bislang nicht erfolgt ist – die Gründe wurden nicht erörtert, es gibt aber eine weitere Klage am Verwaltungsgericht Stade der Eigentümerin gegen die Stadt – hat die Stadtverwaltung entsprechend einer Klausel in dem damals geschlossenen Vertrag eine Rückübertragung des unbebauten Grundstücks verlangt. Ein Versäumnisurteil zu Gunsten der Stadt Verden ist bereits Anfang dieses Jahres ergangen, wogegen die beklagte Eigentümerin jedoch Einspruch eingelegt hatte.

Der Klage der Stadt räumte die Kammer in der gestrigen Güteverhandlung „ganz gute Chancen“ ein, doch der Vorsitzende Richter Stefan Nott versuchte zu vermitteln. „Wir wünschen Verden, dass sie nach zehn Jahren zueinander kommen“, so der Jurist. Es könne nicht sein, dass man dort am Besten mit einem Bauhelm lang läuft, weil die Statik nicht stimmt. Er wollte sich aber auch auf keine schwammigen Vergleichsregelungen einlassen, die später erneut Anlass zum Streit geben könnten.

Die Eigentümerin der Häuser benötige für ihre Pläne – Nott sprach von einem Restaurant oder Cafe – das unbebaute Grundstück für Parkplätze. Der Aufwand der Sanierung der inzwischen „massiv verwahrlosten Häuser“ sei für die Eigentümerin jetzt allerdings deutlich höher. „Es ist aber auch ein dringendes Anliegen der Stadt, dass die Häuser saniert werden“, so Nott. Beide Parteien hätten also ein Interesse an einer Einigung. „Wir müssen da jetzt Fakten schaffen“, betonte er und erntete zustimmendes Nicken auf beiden Seiten. Sowohl von der persönlich anwesenden Eigentümerin der Häuser, als auch von Wolfgang Leseberg als Vertreter des Verdener Bürgermeisters.

Am Ende einigten sich beide darauf, dass die Eigentümerin der Häuser ihren Einspruch zurücknimmt und die Stadt im Gegenzug nicht den bestehenden Titel vollstreckt. Bis zum 1. Dezember will die Eigentümerin einen Bauantrag einreichen, Statik und weitere Unterlagen sollen bis spätestens 1. März 2013 folgen. Im Gegenzug wird die Stadt auf die Rückübertragung verzichten. Sollte die Einigung scheitern, verliert die Frau das Grundstück, die Stadt aber auch die vielleicht einzige Chance auf eine Sanierung.

Die Absichten der Eigentümerin scheinen ernsthaft. Ein für sie tätiger Architekt war bei der Gerichtsverhandlung ebenfalls anwesend.

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