Mini-Experimenta in Posthausen in Kooperation mit Braunschweiger Schülerlabor / 200 Kinder als Naturforscher

Eine ganze Schule als Versuchslabor

„Dem Täter auf der Spur“: Im Kriminallabor nahmen die Grundschulkinder Fingerabdrücke, untersuchten Blutflecken und berechneten anhand von Fußspuren die Größe des Gesuchten.

Posthausen - (pee) · Ein echt heißes Experiment: „Ich hab’ mit Milch meinen Namen aufs Papier geschrieben und föhn’ das trocken. Beim heißen Bügeln wird die Schrift dann sichtbar“, erklärt Laura, ganz Wissenschaftlerin.

Wie aus Milch Geheimschrift, Kleb- und Kunststoff, aber auch Butter und Sahne wird, wie man Tätern anhand von Finger- und Fußabdrücken, Blutuntersuchungen und Fälschungstests auf die Spur kommt, welche Kleinlebewesen sich in der Erde bewegen oder was Wasserdruck bewirkt – das und noch viel mehr erforschten die Kinder der Grundschule Posthausen eigenhändig in ihrer gestern zu Ende gegangenen Projektwoche, die als eine Art Mini-Experimenta angelegt war: Die ganze Schule verwandelte sich für fünf Tage in ein einziges großes Versuchslabor, in dem den Kindern mehr als 30 naturwissenschaftliche Experimente zum Selbermachen angeboten wurden. Manche genial einfach, andere so anspruchsvoll, dass auch die Viertklässler irgendwann mit ihrem Latein am Ende waren. Allesamt so fesselnd und faszinierend, dass die 200 Kinder hochkonzentriert mit ihren Versuchsmaterialien hantierten – und „dies die leiseste Woche im ganzen Schuljahr war“, wie Rektor Rainer Siefert lächelnd feststellte.

Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Posthausener Mini-Experimenta waren aufwändig. Sämtliches Material von Handschuhen, Laborgefäßen und Heizplatten über chemische Pulver und Flüssigkeiten bis hin zu Blutproben lieh die Schule kostenfrei im stiftungsgeförderten Agnes-Pockels-Schülerlabor an der Technischen Universität Braunschweig aus. Die Experimentierkisten – „eine Klein-Lkw-Ladung“ – holte Siefert persönlich in Braunschweig ab.

Um möglichst viele Forscherstationen anbieten zu können, wurden neben den Lehrkräften auch Hausmeister, Sekretärin und Reinigungskräfte sowie engagierte Mütter eingespannt. Ohne sie alle wäre es nicht möglich gewesen, die Kinder in überschaubaren Zwölfergrüppchen an den Stationen rotieren und in die Magie der Chemie eintauchen zu lassen. In einer gemeinsamen Fortbildung hatten sich Lehrkräfte und Eltern gewissenhaft auf die Naturforscher-Projektwoche vorbereitet.

„Ganz wichtig ist, dass den Kindern nichts vorgeführt wird, sondern dass sie selbst experimentieren“, betonte Siefert. Mit geschickten Händen und geschärften Sinnen eigene Untersuchungen und Vermutungen anstellen und zu Lösungen kommen, das ist buchstäblich Be-greifen von Naturphänomenen. Eine Arbeitsweise, für die im normalen Schulalltag wenig Zeit ist, die aber viele Lernerfolge und vor allem die Freude daran zu Tage förderte, wie die Lehrerinnen beobachteten. Wissbegierig experimentiert wurde übrigens auch auswärts bei eingeschobenen Ausflügen in den Vogelpark Walsrode und ins Bremer Universum.

Ergänzt wurden die alle Sinne ansprechenden Experimente durch eine Klangwerkstatt von Instrumentenbauer Knut Rennert. Er öffnete den Kindern die Ohren für singende Steine und klingende Hölzer und lehrte sie, durch klangliches Tun zu Ruhe und Stille zu finden – denn „die Pause ist das Wesentliche in der Musik“.

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