Gerhard Hasselmann, Vorsitzender des Achimer Wirtschaftsbeirats, ist von der Stadt tief enttäuscht

„Eine Firma wäre längst pleite“

Gerhard Hasselmann vermisst wirtschaftliches Denken bei den Stadtrepräsentanten.

Achim - ACHIM (mb) · Wenn Gerhard Hasselmann, der Vorsitzende des Wirtschaftsbeirats Achim, daran denkt, wie führende Verwaltungskräfte und Politiker in Achim reagieren und agieren, dann platzt ihm bald der Kragen. Gegenüber dem Achimer Kreisblatt macht er seinem Unmut Luft.

Heute berät der Achimer Finanzausschuss in seiner Sitzung ab 15.30 Uhr im Sitzungssaal des Achimer Rathauses den Haushalt für 2011. Er wird wieder mit Millionenschulden beladen sein.

Wenn Hasselmann nun die Aufstellung des Etats 2010 Revue passieren lässt, spricht aus ihm tiefe Enttäuschung. Der Wirtschaftsbeirat hatte schon im Januar der Stadt angeboten, bei der Einrichtung eines Finanzcontrollings behilflich zu sein. Von Politikern sei das befürwortet, von der Verwaltung aber nicht gerne gesehen gewesen, resümiert er. Im März habe dann der Wirtschaftsbeirat noch einmal den Haushaltsentwurf überarbeitet mit dem Ziel, Ausgaben zu streichen, durch Rationalisierungen zu sparen und Steuererhöhungen zu vermeiden. „Dies wurde leider von der Verwaltung abgelehnt.“ Auch Politikern hatte man die Einsparvorschläge des Wirtschaftsbeirats vorgelegt. „Eine Resonanz blieb aus“.

Hasselmann: „Wenn ein Unternehmen in der Form so arbeiten würde, gäbe es dieses nicht mehr. Es wäre längst pleite. Bei der wirtschaftlichen Führung der Stadt gibt es ein solches Szenario wahrscheinlich nicht. Dann müssen die Einnahmen, die Steuern, einfach erhöht werden. Geht doch“, stellt der Wirtschaftssprecher fest.

Der Grundsatz, dass die Einnahmen die Ausgaben decken sollten, werde auch beim jetzt aufzustellenden Haushalt 2011 wieder verletzt.

So verkennt der Wirtschaftsbeirat nicht, dass die Achimer Bibliothek erweitert werden muss und für viele wichtig ist, aber ein Verlust von 411 600 Euro bei Aufwendungen von 445 600 Euro und Einnahmen von 34 000 Euro sollte doch jedem zu denken geben, der wirtschaftlich denkt.

Auch für die wirtschaftliche Stärkung der Achimer Innenstadt geschieht dem Sprecher des Wirtschaftsbeirats zu wenig. Nicht nur die verschiedenen Vorhaben für ein Einkaufszentrum auf Justizgelände oder dem Scherfschen Grundstück seien gescheitert, auch sonst geschehe zu wenig.

Beispiel: Die Bevölkerung werde immer älter und die Senioren wollten am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Das bedeute, dass die Innenstadt Geschäfte haben müsse, die sich auf die ältere Generation einstellten und ihnen Angebote machten. Da könne in Achims Innenstadt an mehr Attraktivität und zusätzlicher Wertschöpfung trotz Dodenhof und Weserpark noch viel geschehen. „Es genügt nicht mehr, wenn ein Geschäft aufgibt, einen neuen Betreiber zu finden. Hier muss etwas Grundsätzliches geschehen.“

Stattdessen werde die Stadt zusammen mit der City Initiative zu einem Event-Management für Feste.

Und warum gebe die Stadt für die Aktion „Kreiselpreise“, die nicht mit der City Initiative Achim abgestimmt gewesen sei, mehrere tausend Euros aus?, fragt der Chef des Achimer Wirtschaftsbeirats. „Die zuständige Stelle sollte sich lieber um wichtigere Dinge kümmern“, findet er.

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