Abgänger der Klaus-Störtebeker-Schule proben den Einstieg ins Berufsleben

Wie eine echte Bewerbung

Bewerbungsgespräch mit dem Vertreter der IHK, Hans-Hermann Müller. ·
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Bewerbungsgespräch mit dem Vertreter der IHK, Hans-Hermann Müller. ·

Verden - Unsicheres Lächeln auf dem Bewerbungsfoto, Blackout beim Einstellungstest oder Stottern vor dem Personalchef: Auf dem Weg zum Ausbildungsplatz kann ziemlich viel schief gehen. Damit den künftigen Abgängern der Klaus-Störtebeker-Schule derlei Erfahrungen erspart bleiben, haben alle Neuntklässler dort alljährlich drei Tage lang Gelegenheit, unter realistischen Bedingungen zu üben. Bei der Bewerberralley müssen sich die Jugendlichen bei Vertretern von AOK, IHK und Agentur für Arbeit ins rechte Licht rücken.

Sinan Basaran ist aufgeregt. Das Bewerbungsgespräch um eine Ausbildung im Tischlerhandwerk steht an. Hans-Hermann Müller von der IHK Verden reicht dem 15-Jährigen die Hand und bietet ihm einen Stuhl an. „Na dann schießen sie mal los. Was reizt sie denn an diesem Beruf?“ Wie so ein Vorstellungsgespräch abläuft, worauf Personalchefs achten und wie man es am besten beginnt und beendet, sollen die Hauptschüler mit den Fachleuten durchspielen. AOK-Mitarbeiterin Maya Kutsch erklärt, dass es wichtig sei, sich umfassend auf das Gespräch vorzubereiten. „Kenntnisse über das Unternehmen und den Beruf sind unbedingt erforderlich.“ Zur Vorbereitung zählte weiter das äußere Erscheinungsbild, denn neben Körperhaltung und Mimik spiele die Kleidung für den ersten Eindruck eine große Rolle. „Es ist entscheidend, Interesse und Sympathie auszustrahlen. Der Bewerber muss offen und aufmerksam zuhören, einen freundlichen Blickkontakt halten und möglichst fließend sprechen.“

Lehrerin Petra Laue, Fachleitung Wirtschaft, die das dreitägige Modell vorbereitet und durchführt, lobt den Eifer, mit dem die Schüler bei der Sache sind. Die 70 Jugendlichen hätten am ersten Projekttag zunächst aus acht klassischen Berufen, Einzelhandel, Kfz-Handwerk, medizinische Fachangestellte oder Friseur, jeweils einen Favoriten ausgewählt und dann Bewerbungsmappen erstellt. Trotz der Vorbereitung im Unterricht war das nicht einfach, da sich in sämtliche Ausbildungsplatzangebote Fehler eingeschlichen hatten. „Die Schüler waren gezwungen, zum Telefonhörer zu greifen und sich eingehender zu informieren. Das fand in einer Art Rollenspiel statt, wobei der Gesprächspartner ein unbekannter Lehrer war“, erklärt Laue.

Tags darauf hatten die Schüler zunächst die Möglichkeit, die Bewerbungsmappen zu korrigieren, bevor sie von Lehrern auf ihre Vollständigkeit hin gesichtet und beurteilt wurden. Dann folgte ein realitätsnaher Einstellungstest und am Donnerstag dann im 15-Minuten-Takt die Bewerbungsgespräche.

„Es ist schön zu sehen, wie ernst die Schüler die Bewerbungsrallye nehmen“, sagt Laue. Abschließend wurde der Gesprächsverlauf bewertet und die Schüler erhielten ihre Resultate mitsamt Tipps für Verbesserungen. · nie

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