Neue Windanlagen: Rieder Rat hält sich Entscheidung offen

„Es eilt nicht mit den Unterschriften“

Riede - (la) · Es wurden seiner Kenntnis nach zwar schon Handgelder gezahlt, und Nutzungsverträge mit Grundstückseignern stünden kurz vor der Unterzeichnung. So berichtete es der Rieder Bürgermeister Jürgen Winkelmann (SPD) auf der Ratssitzung am Dienstag abend im Gasthaus Schierloh.

Doch letztlich müsse der Rieder Rat „die Richtung vorgeben“  bei der Entscheidung über die Bereitstellung neuer Flächen zur Windenergienutzung. Dabei dürften sich die Politiker/innen weder unter Zeitdruck setzen lassen noch vor scheinbar vollendeten Tatsachen kapitulieren.

Schon jetzt stelle die Samtgemeinde Thedinghausen über 50 Prozent der gesamten Flächen für Windenergienutzung im Landkreis bereit, rief Samtgemeindebürgermeister Gerd Schröder in Erinnerung.

Wie berichtet, gibt es nun schon zwei Windkraft-Investoren, die an Flächen in Felde an der Grenze zu Okel interessiert sind. Auf Okeler Seite stehen dort schon Windtürme.

Es könne ja durchaus sein, dass es aus der Bevölkerung in Felde keine Einwände gebe, und dann stünde dem Vorhaben nichts entgegen, so Schröder.

Doch um das herauszufinden, müsse erst einmal umfassend informiert, diskutiert und beraten werden. Um dies zu erreichen, habe er die Investorenpläne öffentlich gemacht, bekräftigte Winkelmann. Joachim Otten (CDU) sah „keinen zwingenden Bedarf“, in der Samtgemeinde weitere Flächen für Windanlagen bereit zu stellen. Daher müssten auch Flächeneigentümer sich nicht dazu drängen lassen, schon jetzt Pachtverträge zu unterschreiben.

Otten wies zudem darauf hin, dass über das vom Landkreis zur Zeit aktualisierte Regionale Raumordnungprogramm (RRP) wohl frühestens 2013 im Kreistag entschieden werde. Das RRP legt grundlegende Nutzungsmöglichkeiten für einzelne Regionen und Gebiete im Landkreis fest. Vor allem die Tendenz bei den Mindestabständen von Windanlagen zur Wohnbebauung gehe nach oben, so Otten. 1000 Meter Abstand zur geschlossenen Bebauung seien dabei im Gespräch. Auf Grundlage des RRP müsste die Samtgemeinde gegebenenfalls einen Bebauungsplan zum Windanlagengebiet erstellen.

Der Zug in Sachen zusätzlicher Windanlagenflächen sei auf jeden Fall noch nicht abgefahren – „weder in die eine noch in die andere Richtung“, betonte SPD-Ratsherr Harald Lochte. „Jetzt noch nicht unterschreiben“, riet daher auch er den Flächen-Eignern.

Abgestimmt wurde natürlich nicht. Die Rieder Ratsherren und -damen möchten erst nähere Informationen zu den Windkraftvorhaben sammeln und vor allem die Stimmung in der Bevölkerung erkunden.

Am 26. Januar hat eine der Investorenfirmen schon mal eine Info-Veranstaltung in der Gaststätte Scholvin-Ortmann anberaumt.

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