10 Monate Bewährung für 29-Jährigen

Aus Eifersucht: Mann prügelt auf Ehefrau ein

Achim - Weil sie sich einige Minuten mit einem anderen Mann und einer weiteren Frau im Badezimmer aufhielt, schlug ein 29 Jahre alter Mann aus Thedinghausen seine 32-jährige Ehefrau brutal zusammen. „Sie sah aus wie ein Monster“, sagte eine 21-jährige Zeugin ein halbes Jahr nach der Tat vor dem Achimer Amtsgericht.

Angeklagt war der zurzeit Erwerbslose für insgesamt sechs Straftaten: Körperverletzung und gefährliche Körperverletzung in jeweils drei Fällen. Mit seinem Wutausbruch, der ihn offenbar aus rasender Eifersucht packte, hatte er am 29. Januar in Achim eine ganze Partygesellschaft aufgemischt. Was keineswegs seine Intention war: „Das war ein Problem zwischen meiner Frau und mir“, betonte der Angeklagte. Trotzdem hatten sich einige der Anwesenden, bei dem Versuch, den Zornigen zu bändigen, erhebliche Schläge eingehandelt.

Dabei hatte der Abend harmlos begonnen. Das Ehepaar war bei Freunden zu einer Party in Achim eingeladen. Zu siebt, mit vier Männern und drei Frauen, wollte man sich „einen ruhigen Abend“ machen, wie eine 17-Jährige Zeugin aus Twistringen erzählte. Dazu wurde Wodka konsumiert.

Unmittelbar bevor die Situation eskalierte, ging die Frau des Angeklagten mit der Schülerin aus Twistringen auf die Toilette, um sich zu schminken. Kurz darauf klopfte einer der männlichen Anwesenden an die Badezimmertür; er wolle seine Kopfwunde versorgen. Die Damen öffneten und schlossen die Tür wieder hinter sich. Das entging dem eifersüchtigen Ehemann nicht, der bald wütend an die Tür zum Badezimmer klopfte, und seine Frau anbrüllte, sie möge herauskommen.

„Ich bin Muslim, es gehört sich nicht, wenn ein Mann dazu kommt, wenn zwei Frauen im Badezimmer sind“, sagte er vor Gericht.

Als der junge Mann, der gerade mit den Frauen das Bad geteilt hatte, schließlich die Tür öffnete, nahm das Desaster seinen Lauf. Der Ehemann habe zunächst seinem vermeintlichen Kontrahenten mit der Faust ins Gesicht geschlagen, hieß es in der Anklageschrift. Dann habe er seine Ehefrau getreten. Einen 27 Jahre alten, einschreitenden Partygast habe er an dessen Hals gegen die Wand gedrückt und einige Zentimeter in die Höhe gehoben. Seine Ehefrau habe er derart an den Haaren gezogen, dass sich Haarbüschel von ihrem Kopf lösten. Anschließend habe er ihren Kopf mehrfach gegen die Wand geschlagen und sie in den Bauch getreten.

Richter: Brutalität

„relativ einmalig“

Reuig räumte der Angeklagte einen Großteil der Taten ein: „Es war nicht meine Absicht, jemandem Schaden zuzufügen. Ich entschuldige mich, dass es dazu gekommen ist.“ Ohne Alkohol hätte er keine Gewalt angewendet, erklärte er.

Richter Heiko Halbfas hielt dem Angeklagten zugute, dass er die meisten seiner Taten eingeräumt und Reue gezeigt habe. Fassungslos kommentierte Halbfas jedoch die Brutalität, die der Angeklagte gegen seine Frau gebraucht hatte – zumal kein vernünftiger Grund für eine Eifersuchtsszene vorlag: „Das ist relativ einmalig, das hab ich noch nicht erlebt.“

Für die Straftat, die der Richter auf Antrag der Staatsanwältin einheitlich als gefährliche Körperverletzung wertete, erhielt der Angeklagte eine zehnmonatige Bewährungsstrafe. Drei Jahre lang darf der Achimer zudem das Gesetz nicht verletzen. Außerdem ist er verpflichtet, 80 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. · ldu

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Was bringt Ridepooling wirklich?

Was bringt Ridepooling wirklich?

Streiks in Frankreich gehen in neue Runde

Streiks in Frankreich gehen in neue Runde

Meistgelesene Artikel

Diagnose Lipödem: „Es ist ein täglicher Kampf“

Diagnose Lipödem: „Es ist ein täglicher Kampf“

Auszug aus Pflegeheim droht: 96-Jährige kann Kosten nicht mehr aufbringen

Auszug aus Pflegeheim droht: 96-Jährige kann Kosten nicht mehr aufbringen

UVP-Pflicht für Gas-Bohrungen

UVP-Pflicht für Gas-Bohrungen

Als das „Daverdener Thor“ verschwand

Als das „Daverdener Thor“ verschwand

Kommentare