Rat begrüßt neuen Bebauungsplan / Sorge um alten Standort und Etelser Markt

Edeka zieht neben Aldi, wenn „Leere“ erspart bleibt

Langwedel - In Langwedel wird es wahrscheinlich bald wieder den „Koppelstandort“ Edeka / Aldi geben. Der Gemeinderat stimmte am Dienstagabend bei einer Enthaltung von Hans-Hermann Prüser (SPD) einhellig dafür, den Bebauungsplan „Einkaufszentrum Am Goldbach“ aufzustellen. Damit ebneten die Kommunalpolitiker den Weg dafür, dass der von Markus Redling betriebene Edeka-Markt den Standort auf dem Gelände des bisherigen Einkaufszentrums verlassen und Aldi auf die Wiese an der Ecke Große Straße / Spiridonweg folgen kann.

Wie Bauamtsleiter Frank Bethge in der Sitzung darlegte, hatten die beiden Handelskonzerne die Aufstellung eines Bebauungsplanes zwecks Koppelgeschäfts bei der Gemeinde beantragt. Auf der freien Fläche zwischen dem Discounter und dem Spiridonweg soll der neue „Vollsortimenter“ entstehen, mit einer um etwa 700 auf rund 1 900 Quadratmeter wachsenden Verkaufsfläche sowie 58 zusätzlichen Parkplätzen, insgesamt wären dann 185 an der Ecke verfügbar. Aldi plant, an der östlichen Giebelseite das Gebäude um 14 Meter zu verlängern, so dass sich die Märkte unmittelbar nebeneinander befänden und sich als ein Komplex darstellten, informierte Bethge.

Am alten Standort solle ein Leerstand vermieden werden. Deshalb habe die Verwaltung „verschiedene erfolgversprechende Gespräche mit Drogeristen, Bekleidungsfirmen und sonstigen Akteuren geführt“, die aber noch einige Zeit in Anspruch nähmen. Sollte es dabei allerdings zu keinem befriedigenden Abschluss kommen, könne das Bebauungsplanverfahren „jederzeit durch Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses durch den Gemeinderat eingestellt werden“.

Im Auftrag des Fleckens hat die Bulwien-Gesa AG aus Hamburg eine Standort-, Markt- und Wirkungsanalyse zu dem geplanten neuen Einkaufszentrum vorgenommen. Die Verlagerung an den „zentralen integrierten Standort“ lasse eine Umsatzsteigerung von derzeit etwa 6,4 Millionen Euro auf rund 10 Millionen Euro jährlich erwarten, gab Bethge ein Ergebnis wieder. Zusätzlich könnten durch die Ansiedlung eines Drogeriemarkts am jetzigen Edeka-Platz etwa 2,2 Millionen Euro generiert werden.

Weiterhin hat die Analyse ergeben, dass die „Verdrängungswirkungen auf Verden, Achim, Dodenhof, Blender und Etelsen moderat“ seien und nicht zu „wesentlichen Beeinträchtigungen“ führten. Auch der Landkreis Verden und die Industrie- und Handelskammer halten den Umzug und die Erweiterung des Edeka-Markts „raumordnerisch und städtebaulich für unbedenklich“.

Vertreter aller Fraktionen lobten die Arbeit des Amtsleiters und begrüßten das Vorhaben. Allerdings gab es auch kritische Stimmen.

Es gehe voran im Flecken, freute sich CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Maruhn (CDU). „Der alte Standort darf aber nicht verfallen“, mahnte er.

Gerd Landzettel (WGL) wünschte eine „angemessene Nachnutzung“, es dürfe kein „Ramschplatz“ entstehen. Und der Lkw-Lieferverkehr auf dem schmalen Spiridonweg sollte während der Schulzeiten beschränkt werden.

Auch Volker Penczek (SPD) äußerte die „Sorge um möglichen Leerstand. Das können wir uns mitten im Ortskern nicht leisten“.

Das von Bethge verfolgte „Konzept, verlorene Kaufkraft nach Langwedel zurückzubringen“, bringe womöglich den Etelser Rewe-Markt in Gefahr, meinte Petra Krüler (Grüne). „Auch wenn dort angeblich nur acht Prozent Kaufkraftverlust drohen.“

Erich Roseland (UBL) sprach von einem „knallharten Verdrängungswettbewerb“ und forderte wie Krüler für den Einzelhandel ein „Gesamtkonzept für ganz Langwedel“. Immerhin habe Rewe den Mietvertrag in Etelsen gerade um zehn Jahre verlängert, beruhigte Bethge. · mm

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