Anpflanzungen in Marsch, am Verdener Berg und am Nordhornsberg geplant

Drei neue Bauminseln sollen Krähen als Brutstätte dienen

Achim - Ob die Krähen, die am Oertel die Anwohner durch ihr lautes Krächzen und Kotabwürfe stören, vergrämt werden dürfen, entscheidet ein Gericht. Aber auch an anderen Orten in Achim gibt es oft schon seit Jahren derartige Konflikte zwischen Mensch und Tier. Als Ausweg aus dem Dilemma sollen nun „in geeigneten Randbereichen des Stadtgebietes Baumanpflanzungen als alternative Nistbereiche für die Saatkrähen“ geschaffen werden.

Diesem Vorschlag von Michael Schröter (Grüne) folgte der Umweltausschuss des Stadtrats am Dienstag einstimmig. Die Bäume, etwa Pappeln, sollen auf dem neuen, erweiterten Areal der Streuobstwiese des Naturschutzbundes (Nabu) in der Achimer Marsch, auf der ehemaligen Mülldeponie am Verdener Berg in Baden und auf den städtischen Ausgleichsflächen im Bereich Nordhornsberg in die Erde gebracht werden.

Die Stadtverwaltung befürwortete Schröters Antrag, den vergrämten Saatkrähen im Stadtgebiet alternative Brutstandorte anzubieten, dagegen nicht. Die Nester der Vögel dürften nicht einfach entnommen und umgesiedelt werden, da würde der Landkreis in Form der Unteren Naturschutzbehörde einen Riegel vorschieben, argumentierte Marion C. Rusch, Umweltbeauftragte im Rathaus.

Schröter und andere sahen allerdings Handlungsbedarf. „Wir müssen jetzt endlich in die Puschen kommen“, formulierte Joachim Schweers, Sprecher des Nabu Achim und sogenanntes externes Mitglied im Ausschuss.

Unabhängig vom anhängigen Gerichtsverfahren sollte die Stadt ein Konzept für ein möglichst gedeihliches Zusammenleben von Einwohnern und den „Singvögeln“ entwickeln, forderte er. Der Nabu biete der Stadt schon seit längerem an, alle Brutstandorte der Krähen in Achim zu erfassen und nach Alternativen zu suchen.

„Eine gezielte Vergrämung ist erst nach dem Urteil möglich“, wandte Bürgermeister Uwe Kellner ein. Darum ginge es doch nicht, entgegnete Michael Schröter, in dieser Frage sei vielmehr eine „langfristige Strategie“ nötig.

Ohne allseits von der Bevölkerung akzeptierte Brut- und Lebensräume werde das Konzept nicht aufgehen, prophezeite Rusch. Die Saatkrähen seien einst von den Landwirten von den Feldern vertrieben worden und deshalb in die Siedlungen gezogen, erläuterte die Umwelt-Fachfrau. Ob sie in ihre alten Lebensräume wieder zurückkehrten, halte sie für fraglich. Rusch: „Das sind Wildtiere. Wo sie leben wollen, sollten wir denen doch überlassen.“ · mm

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