Aale aus der Weser: Kurt Janke fischt die Delikatesse noch auf traditionelle Art

Dörverdener beliefert Kenner und Gourmets

Der erste Fang in diesem Jahr: Die Reusen waren voll, Kurt Janke zufrieden.

Dörverden - „Wenn die Krähe nur noch mit dem Kopf aus dem Gras guckt – dann ist es Zeit für meinen ersten Fang des Jahres“, sagt Kurt Janke aus Dörverden. Seit 30 Jahren fängt der 58-jährige Flussfischer in der Weser von Eystrup bis Intschede Aale. Er ist einer von ganz wenigen, die diesen Beruf noch ausüben.

Die Weserfischerei, die Janke in Dörverden betreibt, existiert bereits seit 1848. „Ich habe sie von meinem Vorgänger, dem Dörverdener Fischer Otte übernommen.“ Janke, der vorher einen aufreibenden Büro-Job hatte, genießt heute die Ruhe in der Natur, die seine Arbeit mit sich bringt.

„Im vergangenen Jahr begann die Saison ungewöhnlich spät. Ich kann nämlich erst anfangen, die Aale zu fangen, wenn die Weser eine gewisse Wassertemperatur erreicht hat. Es hat viel mit Erfahrung zu tun, den richtigen Zeitpunkt abzupassen.“

Der erste Fang in diesem Jahr war gut, die Reusen waren prall gefüllt – darüber freuten sich Jankes Kunden, zu denen zum Beispiel auch Nils Koithan, Koch und Inhaber der Barmer Weserlust gehört, der schon seit Wochen ganz gespannt auf die erste Lieferung gewartet hat.

„Ich habe einen festen Kundenkreis“, so Janke. „Und die legen immer großen Wert darauf, echte Wild-Aale und keine Mast-Aale zu bekommen.“

Der Wild-Aal aus der Weser ist nämlich eine besondere Delikatesse für Kenner, er hat festes Fleisch, ist angenehm im Geschmack und deshalb ein beliebter Speisefisch. Aufgrund seines Fettgehaltes eignet er sich besonders zum Räuchern. Er wird aber auch gebraten oder gekocht. „Ich will die Mast-Aale aber nicht schlecht machen. Das ist eben einfach Geschmackssache.“

Janke veredelt einen Teil seines Fangs selbst: Nach alter Handwerksart werden die Aale geräuchert. „Das mache ich noch so, wie es ganz früher gemacht wurde.“ Nämlich ganz traditionell über Buchenholz – ohne modernen Schnickschnack.

Wer sich für die Aale von Kurt Janke interessiert, kann ihn anrufen und seine Produkte bestellen unter Telefon 04234/1226. · rei

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