Eltern aus der Gemeinde wollen eine Alternative schaffen

Ihr Wunsch: Ein Waldkindergarten

In einem Waldstück bei Diensthop könnte es ab Sommer ein neues Betreuungsangebot für Kinder geben. Unterstützt wird diese Idee von Förster Michael Müller (2.v.r.). Jens Gliessmann, Yvonne Allerheiligen und Lisa Paulsen (v.l.) haben bereits ein Konzept ausgearbeitet. Foto: Raczkowski

Dörverden/Westen – Es wäre eine Bereicherung für das Betreuungsangebot in der Gemeinde Dörverden: Ein Waldkindergarten soll her, finden einige Eltern. Sie haben bereits ein umfangreiches Konzept erarbeitet und wollen dieses jetzt anderen Interessierten vorstellen. Auch ein möglicher Ort ist bereits gefunden. In einem Waldstück bei Diensthop könnten künftig Kinder an der frischen Luft spielen und lernen.

Dies würde den Eltern der Gemeinde nicht nur eine pädagogische Alternative zu den Regelkindergärten bieten, sondern auch die Betreuungssituation insgesamt entspannen. Die Plätze der Kindergärten in der Gemeinde sind derzeit voll belegt.

Lisa Paulsen, Corbinian Schöfinius und Yvonne Allerheiligen aus Westen sowie Jens Gliessmann aus Stedebergen bilden den aktiven Kern der Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, zum Sommer 2020 eine Waldgruppe für Kinder ab drei Jahren einzurichten. Dort würden maximal 15 Kinder von zwei Erziehern betreut. Baumaßnahmen wären dafür nicht notwendig: Der Wald selbst, mit einem Bauwagen auf einer Lichtung, wäre der Kindergarten. Die Kinder wären bei nahezu jedem Wetter draußen, nur bei extremen Bedingungen würde die Betreuung in einem Schutzraum stattfinden. Hierfür böten sich das Gasthaus zur Mühle oder das Mehrgenerationenhaus in Westen an. Die Initiatoren sind überzeugt, dass es ein Gewinn für die Kinder sei, in jeder Jahreszeit viel draußen zu sein. „Sie lernen, wie viel Spaß es macht, in Matschpfützen zu springen. Und wie herrlich sich die ersten Sonnenstrahlen im Frühling anfühlen“, sagt Lisa Paulsen.

Auch teure Materialien und Spielzeuge sind nicht vorgesehen: Der Wald selbst sei ein attraktiver und motivierender Erfahrungsraum und Lernort für die Kinder, heißt es im Konzept. „Im Waldkindergarten können sich die Kinder frei in jede Richtung entfalten“, so Paulsen.

„Ich bin selbst ein sehr naturverbundener Mensch“, sagt Jens Gliessmann. Er wünsche sich deshalb, dass seine Kinder die Möglichkeit bekommen, den Lebensraum Wald intensiv kennen- und schätzen zu lernen.

Diesen Ansatz begrüßt auch Förster Michael Müller. „Bei ihm haben wir mit unserer Idee offene Türen eingerannt“, sagt Yvonne Allerheiligen. So habe er direkt mehrere Waldstücke vorgeschlagen, die geeignet wären. Herauskristallisiert habe sich jetzt eine Fläche bei Diensthop. Diese habe zum einen eine abwechslungsreiche Vegetation zu bieten, zum anderen sei sie gut erreichbar, auch für Rettungsfahrzeuge. Hier sollen sowieso demnächst einige Bäume gefällt werden. Auf der so entstehenden Lichtung könnte der Bauwagen seinen Platz finden.

Jetzt gilt es, weitere Mitstreiter für das Vorhaben zu gewinnen. Für Unterstützung werben die Eltern derzeit bei der Gemeindeverwaltung und bei der Politik. Am Sonntag, 27. Oktober, 14.30 Uhr, soll ein Verein zur Einrichtung des Waldkindergartens gegründet werden. Treffpunkt ist das Gasthaus Waidmannsheil in Diensthop. Eine Infoveranstaltung gibt es am Samstag, 2. November, 14.30 Uhr, an der Stelle, wo der neue Waldkindergarten eingerichtet werden könnte. Diese wird ab Diensthop ausgeschildert sein.  rei

Mehr Infos

bekommen Interessierte bei Yvonne Allerheiligen, Telefon 0162/102887, Jens Gliessmann, 0173/6872980. Lisa Paulsen, 04239/1315, oder per E-Mail an waldkiga.diensthop@posteo.de

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