Katharina Frambach spinnt – im wahrsten Sinne des Wortes

Wolle ist das Element der Dörverdenerin

Frambach besitzt fünf Spinnräder. - Fotos: Niemann

Dörverden - Feinste Strick- und Häkelgarne, selbst gesponnen aus Wolle von Schafen und Schnucken: Katharina Frambach hat das Spinnen für sich entdeckt. Die Dörverdenerin möchte gemeinsam mit Heike Henze vom Verein Ehmken Hoff mit Gleichgesinnten auf dem Kulturgut einen Spinntreff etablieren.

Das Handwerk des Spinnens, das bereits im alten Ägypten ausgeübt wurde, hat Katharina Frambach voll erwischt. Und dass das Spinnen auch heutzutage noch weitgehend Handarbeit ist, macht für Frambach den entscheidenden Reiz an dem Hobby aus. „Ich finde das faszinierend, ja, geradezu spirituell“, erzählt sie.

Frambach ist aufgrund gesundheitlicher Probleme ein Fan des Spinnens geworden. „Ich habe Rheuma und muss daher meine Finger besonders viel bewegen. Das mir von meinem Arzt angeratene Klavierspielen war aber nicht so mein Ding und so bin ich ans Spinnen gekommen“, erzählt Frambach, die inzwischen neben mehreren Handspindeln („Die lassen sich wunderbar überallhin mitnehmen“) schon fünf verschiedene Spinnräder besitzt.

Die benötigten handwerklichen und technischen Fertigkeiten und Färbetechniken habe sie sich selbst beigebracht. Frambach erzählt, dass man, um einen stabilen Faden zu spinnen, zunächst die Rohwolle sortieren müsse. Danach werde die Wolle in lauwarmem Wasser gewaschen, gut ausgedrückt und am besten an der frischen Luft ganz langsam getrocknet, bevor das Kadieren, das Auskämmen der Wolle, erfolge und sie fürs Spinnen geglättet werde.

Ihre Spinnräder – das neueste ist 20 Jahre alt – hat sich Frambach übers Internet besorgt. Die teilen sich in zwei Gruppen auf: das liegende Spinnrad, Ziege genannt, und das aufrecht stehende Spinnrad, das Böckchen. Hier wiederum wird zwischen dem einfädigen Rad, bei dem die Fadenspannung durch eine Bremse geregelt wird, und dem zweifädigen Rad, bei dem die Fadenspannung über Spule und Antrieb geregelt wird, unterschieden.

Früher wie heute werden beim Spinnen immer noch zwei oder sogar drei gesponnene Fäden miteinander verzwirnt und danach der fertige Faden auf einen sogenannten Haspel zum Strang gewickelt. Diese Stränge werden abschließend mit heißem Wasser und Schmierseife gewaschen und müssen dann, um ein Verfilzen zu vermeiden, in der Waschlauge liegend abkühlen. Danach werden sie etliche Male ausgespült und an einem luftigen Platz getrocknet.

Interessierten, die mehr über diese alte Handarbeit erfahren wollen, gibt Katharina Frambach unter der Rufnummer 015231/822750 gerne nähere Informationen. - nie

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