Besucher-Aus zum Saisonstart

Wolfcenter-Betreiber in Sorge: „Es hat uns kalt erwischt“

Allein unter Wölfen: Center-Chef Frank Fass weiß nicht, wie lange der Zoo in Barme ohne Besucher auskommen muss.

Dörverden - Längst sollte im Wolfcenter in Dörverden die Hauptsaison laufen. Doch wie in allen niedersächsischen Tierparks und Zoos müssen für Besucher die Tore geschlossen bleiben. Die Inhaber, Christina und Frank Fass, schlagen daher Alarm, denn die Kosten laufen weiter und wie es für Wölfe & Co nach Corona weitergeht, steht in den Sternen. Denn das Wolfcenter ist privat geführt. Es unterliegt keiner öffentlichen Förderung und ist dringend auf Einnahmen angewiesen.

„Die Lage ist ernst. Wir machen uns in der Tat große Sorgen“, haben Christina und Frank Fass im Gespräch mit dieser Zeitung bekräftigt. Zwischen Ostern und dem Ende der Sommerferien werde im Wolfcenter der Hauptumsatz gemacht und einfach Schließen funktioniere nicht. Die Tiere müssten schließlich weiter versorgt und die Anlage in Schuss gehalten werden. „Das Besucher-Aus zum geplanten Saisonstart Mitte März hat uns daher kalt erwischt“, so Fass. Alles sei vorbereitet gewesen und die für den Saisonverlauf benötigte Ware größtenteils auch bereits eingekauft. Und jetzt fehlten die Einnahmen, um die finanziellen Verpflichtungen zu bedienen.

Frank Fass: „Wir haben inzwischen die Soforthilfen von Land und Bund beantragt, aber noch nichts gehört. Erstmals habe ich Angst, dass es nicht weitergeht, wenn wir nicht wieder zeitnah öffnen dürfen.“ Von den zwölf Mitarbeitern wären zurzeit nur noch fünf im Einsatz. Die Übrigen befänden sich in Kurzarbeit und blieben zu Hause und die Aushilfen pausierten, während das Center geschlossen sei. Christina Fass erzählt, dass sie ursprünglich ein ganz anderes Thema auf der Agenda hatten. Nämlich das zehnjährige Bestehen des Wolfcenters, das man am 20. April habe feiern wollen. „Selbst Landespolitiker hatten ihr Kommen zugesagt, was bestätigt, dass die Arbeit, die im Wolfcenter geleistet wird, auch dort die entsprechende Anerkennung findet.“ Denn nicht nur für die Gattung Wolf werde im Wolfcenter viel getan, sondern auch für Kinder, was sich gut herumgesprochen habe. „Das Wolfcenter wird auch gut von Schulklassen und Gruppen frequentiert, deren Buchungen bis zum Sommer jetzt aber allesamt gestrichen wurden.“ Für die Betreiber folglich ein weiterer sehr großer finanzieller Verlust mit nicht absehbaren Folgen.

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Christina und Frank Fass legen Wert auf die Feststellung, dass sie den Sinn der gesetzlichen Vorgaben zur Vermeidung der Ausbreitung des Coronavirus nicht infrage stellen. Was sie jedoch nicht verstehen, ist der Umstand, dass Gartencenter und Baumärkte seit Sonnabend wieder öffnen dürfen. Nach der Einschätzung von Frank Fass ließen sich die Abstandsregeln im Wolfcenter allemal besser als dort einhalten. Und Christina Fass ergänzt: „Das Wolfcenter ist zwar ein Zoo, aber in der Fläche können sich die Besucher gut verteilen, sodass das Kontaktverbot problemlos eingehalten werden kann. Alles spielt sich im Freien auf einer großen Fläche ab, auf der sich ohnehin keine Scharen von Menschen tummeln. Die gesetzlichen Regeln einzuhalten, wäre für uns kein Problem.“

Aus Sorge um die Zukunft des Wolfcenters wollen sie auch den Kontakt zu Landrat Peter Bohlmann suchen und ihm die Lage schildern. Denn die Existenz des Wolfcenters sei bedroht, je nachdem wann mit Lockerungen der Regierung zu rechnen sei.

Wer möchte, kann das Wolfcenter in dieser Krise unterstützen. Möglichkeiten sind beispielsweise das Erwerben von Eintrittskarten als Geschenk oder ein Einkauf im Onlineshop, der durch eine Auszubildende betreut wird. Hier ist ab sofort auch das neue Fachbuch „Wildlebende Wölfe“ zum Konflikt Wolf und Weidetierhaltung erhältlich. Sogar die Übernahme einer Tierpatenschaft wird angeboten. Wer also ein Lieblingstier im Wolfcenter hat, kann auf diese Weise unterstützen. Mehr Infos gibt es auf der Homepage www.wolfcenter.de.

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