Windkraft in der Gemeinde Dörverden / Neuer Verein sieht Klärungsbedarf

„Wir sorgen uns um die Lebensqualität in den Orten“

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Die Ela-Vereinsmitglieder wollen sie nicht haben: Windräder

Dörverden - Die inzwischen zwölf Mitglieder des Vereins „Ela – Verein zur Erhaltung und Förderung der Lebensqualität in Ahnebergen, Wahnebergen, Stedorf und umzu“ rufen zum Widerstand gegen den Bau von weiteren Windrädern in ihrer Nachbarschaft auf. „Wir machen mobil, weil wir um die Lebensqualität in unseren Ortschaften fürchten“, hieß es im Pressegespräch mit dem Vorstand des Vereins, dem Dorit Scholing als Vorsitzende, Manfred Leser als zweiter Vorsitzender, Birgit Scholing als Schriftführerin und Thomas Brandt als Kassenwart angehören.

„Als Pläne für mehrere Windräder in der unmittelbaren Nachbarschaft immer lauter wurden, haben wir uns Gedanken über die Auswirkungen auf die Ortschaften und deren Einwohner gemacht“, so die Vorstandsriege. „Wir sorgen uns um unsere Wohnorte, um die Lebensqualität und um unsere Gesundheit, da viele Fragen nicht geklärt sind.“ Zudem werde die Natur in der Region verschandelt, obwohl die EU das an Ahnebergen und Barnstedt angrenzende Naturschutzgebiet Natura 2000 als im höchsten Maße schützenwert ausgewiesen habe. „Wir sehen daher auch den den Lebensraum seltener Tierarten, etwa den des vom Aussterben bedrohten Rotmilans, in Gefahr. Es ist schließlich vom Bau von Windrädern mit einer Gesamthöhe von 200 Metern die Rede. Das macht uns Angst“, redet Leser Klartext.

In der von den Windkraftgegnern zusammengetragenen Kritikliste taucht auch die Nähe zur Wohnbebauung auf. „Die Standorte der Windräder sind von den Ortschaften gut sichtbar. Wir sehen die vom Landkreis geplanten Mindestabstände von nur 800 Metern Entfernung zu einer Siedlung und von 500 Metern zu Einzelhäusern als zu niedrig an“, argumentieren die Vorstände. Tagsüber seien dadurch die Rotorenbewegungen immer zu sehen und bei Dunkelheit werde große Unruhe durch die rot blinkenden Warnlichter – drei an jedem Windrad – befürchtet.

Auch der mögliche Werteverlust von Grundstücken ist für die Vereinsmitglieder ein Argument, gegen das Windkraftvorhaben mobil zu machen.

Ziel des Vereins sei es, dass sich die Bürger der Gemeinde mit allen Möglichkeiten zur Wehr setzen. Denn in der Bevölkerung hätten viele die Dimensionen der Planungen und die damit einhergehenden möglichen Gefahren überhaupt nicht erkannt. Dennoch wollen sich die Mitglieder des neuen Vereins nicht generell als Windkraftgegner verstanden wissen. Aber sie wollten die Vorhaben kritisch betrachten, zumal es von Investorenseite noch viele Fragen zu beantworten gebe. Wie etwa sehe es später mit der Rückbaupflicht für die Landeigentümer aus? Bei Anlagen komme beim Abriss schließlich eine Menge Bauschutt zusammen. Oder welche Konsequenzen habe die Flächennutzung mit Windradbebauung auf erbbaurechtliche Veränderungen? Und Leser und Scholing fügen noch hinzu: „Es gibt Berichte über gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Infraschall. In Dänemark wurde der Anlagenbau bereits gestoppt, während die deutschen Behörden dem Thema nur langsam auf den Grund gehen.“ Es würden bereits heute viele Windkraftwerke abgeschaltet, weil sie zu viel Strom produzierten und die Netze überlastet seien.

Für Mittwoch, 20. Mai, um 19 Uhr, plant der Verein eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema im Ahneberger Schützenhaus. Die Initiatoren hoffen auf rege Teilnahme aus der Bevölkerung. Kontakt: ela-ev@web.de.

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