Fluss stundenlang gesperrt

Havarie auf der Weser: Schiff treibt auf Mole bei Dörverden

Binnenschiff havariert in Weser bei Dörverden
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Das Binnenschiff musste bei Dörverden aufwendig von der Mole bei Dörverden gezogen werden.

Auf der Weser bei Dörverden ist es am Samstagabend zu der Havarie eines Binnenschiffes gekommen. Die Bergung dauerte mehrere Stunden.

Dörverden - Ein mit 670 Tonnen Gerste beladener Frachter setzte nach einem Ruderausfall auf der Trennmole zwischen dem Wasserkraftwerk und der Schleuse auf. Dutzende Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, DLRG, Rettungsdienst, Wasserschutzpolizei sowie dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt waren bis tief in die Nacht mit den Rettungs- und Bergungsarbeiten beschäftigt. Die Weser bliebt während der rund sechsstündigen Bergung komplett gesperrt.

Zu dem Unfall war es gegen 19.30 Uhr gekommen. Nach ersten Angaben der Wasserschutzpolizei Nienburg ist an Bord der „Max“ die Ruderanlage ausgefallen. Das manövrierunfähige 67 Meter lange Schiff wurde daraufhin von der starken Strömung mittig gegen eine Mole gedrückt. Um ein Abtreiben auf der Weser zu verhindern, warf die Mannschaft den Anker. „Zusätzlich wurde mit voller Maschinenleistung gegen die immens starke Strömung angekämpft. Die Unfallstelle lag an einem Zufluss zu einem Wasserkraftwerk, daher ist die Strömung an dieser Stelle besonders stark“, erläuterte Dennis Köhler, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Verden.

100 ehrenamtliche Helfer stundenlang an der Weser im Einsatz

Etwa 100 ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz. Das THW baute große Lichtmasten auf und ließ zwei Boote ins Wasser. „Von der Weser aus können wir den Havaristen besser im Blick behalten und sichern unsere Einsatzkräfte ab, sollte jemand ins Wasser stürzen“, erläuterte THW-Pressesprecherin Katrin Döring. Weitere Boote mit Tauchern und anderen Fachleuten stellte die DLRG sowie die Feuerwehr.

Gegen Mitternacht traf ein Arbeitsschiff des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Weser ein. Nach einer Begutachtung der Situation wurden beide Schiffe vertaut. Vorsichtig zog das Arbeitsschiff den Havaristen von der Mole in die Fahrtrinne zurück. Um 1.30 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. Das Binnenschiff wurde zu einem Ankerplatz gebracht und die vielen Einsatzkräfte konnten einrücken.

Havariertes Schiff bei Dörverden bleibt offenbar unbeschädigt

„Das Schiff ist bei der Aktion vermutlich schadensfrei geblieben“, sagt Thomas Lippel vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser: „Die Bergung war komplex, da wir einen hohen Wasserstand haben und dadurch viel Druck auf dem Binnenschiff lastete. Durch das Wehr haben wir den Fluss etwas aufstauen können, um mehr Spielraum am Schiff zu haben.“

Als vorläufige Unfallursache gab Harald Bormann, Leiter der Wasserschutzpolizei Nienburg, in der Nacht zu Sonntag einen Fehler in der Ruderanlage an. Diese war ausgefallen und das Schiff wurde dadurch auf der Weser manövrierunfähig. „Wir überprüfen aber auch noch die Besatzung und schauen, ob vielleicht Übermüdung oder Alkohol etwas zur Ursache beigetragen hat“, so Harald Bormann.

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