Jugendliche der Aller-Weser-Oberschule arbeiten mit der Pneumatik-Tafel

Werkstatt auf Rollen

Angelina Klein und Lara Lerke testen die Technik an der Pneumatik-Tafel. - Foto: Will

Dörverden. - Es zischte und klackte im Klassenzimmer: Statt der üblichen Lehrtafel standen große, von Schläuchen umschlungene Wände im Raum, sogenannte Pneumatik-Tafeln. Rundherum versammelten sich die Schüler der neunten Klasse der Aller-Weser-Oberschule Dörverden, probierten und testeten neugierig.

Keine Angst, es konnte nichts kaputt gehen. Hier und da wurde ein Schlauch ins Ventil gesteckt, immer unter dem fachmännischen Blick von Eduard Schellin vom Bildungswerk Niedersächsischen Wirtschaft (BNW). Mit seiner Hilfe bauten die Schüler Steuerungen auf und erzeugten unterschiedliche Reaktionen. Unter dem Namen Rollende Werkstatt läuft das Projekt, das von der Stiftung Niedersachsen Metall gefördert wird.

Das Ziel ist klar formuliert, die Technik zum Anfassen soll Jugendlichen Berufe möglichst praxisnah veranschaulichen. Die dafür zur Verfügung stehenden sogenannten rollenden Tafeln haben einen Wert von 100 000 Euro und erfüllen mit ihrer Ausstattung die Voraussetzungen für Elektro-Pneumatik-, Pneumatik- und Hydraulik-Experimente.

Im unteren Teil finden sich dutzende mechanische Bauteile wie Widerstände, Hydraulikzylinder, Druckluftanzeigen und Schläuche. Diese können über die rückwärtigen Stecker frei an den darüber befindlichen großen Steckwänden angebracht werden.

Eduard Schellin ist Ausbilder im Bereich Computerized-Numerical-Control (CNC) und kennt sich daher umfassend mit der elektrisch gesteuerten Bedienung von Industriemaschinen aus. Seiner Meinung nach sind Projekte dieser Art wichtig: „Die Schüler lernen die Technik intensiv kennen und viele sind davon begeistert. Es ist natürlich nicht jedermanns Sache.“

Augenscheinlich machte es den jungen Wissenschaftlern aber eine Menge Spaß und auch diesen Faktor sollte man laut Eduard Schellin nicht außer Acht lassen.

Die Schüler sammelten Erfahrungen und Geräusche, die ihnen im Alltag begegnen. Das berühmte Zischen, das zu hören ist, wenn sich eine Bustür öffnet. Nur eins von vielen alltäglichen Beispielen, denn Pneumatik ist laut Fachmann Schellin allgegenwärtig. Pneumatik, so der Experte, zähle zu den Techniken der Zukunft. Auch aus diesem Grund sei das Schulprojekt sinnvoll: „Die Jugendlichen lernen nicht einfach für den einen Moment, sondern etwas für ihr Leben“, so Schellin. Pneumatik sei vor allem ein wichtiger Bestandteil im Maschinenbau und der Automatisierungstechnik und laut Schellin dort auch nicht mehr wegzudenken.

Angelina Klein ist in der neunten Klasse und eine der Teilnehmer an dem Projekt. Sie und ihre Gruppe freuten sich zunächst einmal über die Abwechslung im Schulalltag: „Es ist mal was anderes und gefällt uns sehr gut“, so die Schülerin. Und so solle es schließlich auch sein, denn wer Spaß am Lernen hat, dem falle es später leichter, die Theorie in die Praxis umzusetzen.

Eduard Schellin habe sich, so das Zeugnis der Beteiligten, in den sechs Unterrichtsstunden als ein guter Lehrer entpuppt und ein Stückchen von seiner Leidenschaft für Pneumatik an die Schüler der Oberschule Dörverden weitergegeben. - wll

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