Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes sorgt weiterhin für Kontroversen

Waldbesitzer suchen Rechtsbeistand

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Ein Schild weist auf das Landschaftsschutzgebiet hin.

Dörverden – Das große Mausohr ist eine bedrohte Fledermausart, die laut eines Gutachtens in zwei Waldgebieten in der Gemeinde Dörverden ihr Jagdrevier haben soll. Daher sind die Flächen inzwischen als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen worden (wir berichteten). Die Wälder an der Kreisstraße nach Westen und am Hespenkamp haben viele einzelne Waldbesitzer, die ihre Eigentumsrechte durch die Unterschutzstellung gestört sehen. Daher suchten einige von ihnen Rechtsbeistand bei Prof. Dr. Holger Schwemer, der als Spezialist für das Naturschutzrecht gilt. Sie wollen abwägen, ob eine Klage Sinn macht.

Zunächst informierte er über den Verfahrensstand. „Wir sind in der dritten Phase der FFH-Gebiets-Ausweisung“, so der Anwalt. Die EU hatte von Niedersachsen gefordert, diese auszuweisen, um die europäischen Standards des Naturschutzes zu erreichen. „Sie brauchen keine Angst haben, das brennt nicht an“, beruhigte der Jurist die Ratsuchenden hinsichtlich der zeitlichen Dimension.

Eines der Gebiete liegt an der Kreisstraße nach Westen.

Danach zeigte er die Möglichkeiten einer Klage auf. Das könnte zum einen ein formeller Fehler im Verfahren sein, wie das schon im Landkreis Rotenburg vorgekommen sei. Zum anderen könnte die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes maßgeblich sein. Denn das Eigentum liege nach dem Gesetzgeber in einem Spannungsverhältnis zu den öffentlichen Interessen. Hier zählt die Fragestellung, ob die Schutzstellung in Verhältnismäßigkeit zur Beeinträchtigung der Eigentumsrechte steht.

Inzwischen zweifeln die Waldbesitzer darüber hinaus an, dass in den beiden Wäldern das große Mausohr überhaupt vorkommt, da unterschiedliche Gutachten mit und ohne Vorkommen der Fledermaus im Umlauf sein sollen. „Eine Sichtung reicht aber für ein FFH-Gebiet“, machte Schwemer deutlich.

Die Waldbesitzer lassen sich vom Juristen beraten.

In weiteren Schritten soll nun erörtert werden, ob weitere Gutachten über das Vorkommen der Fledermaus privat finanziert werden sollen und ob eine Klage mit Kostenbeteiligung der Waldbesitzer angestrebt werden soll.

Derzeit sind laut Auskunft des Nabu Wohnhabitate des großen Mausohrs in Eystrup, Ahlden und Kirchlinteln unter anderem in Kirchtürmen sicher nachweisbar. Bisherige Erkenntnisse lassen auf einen Jagdumkreis von 15 Kilometern schließen.

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