„Wächterin“ nimmt Abschied

Dörverdens Küsterin Adelheid Hollunder geht in den Ruhestand

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Kerzen an, Taufwasser warm, Lieder angeschlagen? Adelheid Hollunder sorgt nur noch bis Ende des Monats dafür, dass in St. Cosmae et Damiani alles nach Plan läuft. 

Dörverden - Eigentlich wollte sie gar nicht, dass über ihren bevorstehenden Ruhestand berichtet wird. Denn wenn Adelheid Hollunder eins nicht ausstehen kann, dann ist es, wenn Aufhebens um ihre Person gemacht wird. Aber sie war nun mal seit 1999 Küsterin der Dörverdener Kirche und gehört seitdem untrennbar zum Gemeindeleben dazu. Zum 31. Oktober soll damit Schluss sein und sie gibt ihre Aufgaben in andere Hände.

„Ich habe das Amt damals von Helga Streek übernommen“, erinnert sich Hollunder, die seitdem zum Beispiel dafür sorgt, dass rechtzeitig zum Gottesdienstbeginn die richtigen Lieder angeschlagen und die Kerzen entzündet sind. Sie prüft, ob das Mikrofon „Saft“ und das Taufwasser eine angenehme Temperatur hat. Sie weiß, wo der Ständer für den Weihnachtsbaum lagert und welche Utensilien für das Abendmahl benötigt werden. Brautpaare, die in Dörverden heiraten, führen vorher ein Gespräch mit ihr über Ablauf und Sitzordnung. Eine Küsterin hat immer viel zu tun.

Im aktuellen Gemeindebrief schreibt Pastor Rolf Görnandt in einem Beitrag über die 68-Jährige: „Selbstverständlich war sie bei allen großen Feiern und Gottesdiensten dabei, nur sehr zögernd nahm sie Urlaub, wenn ein bedeutender Gottesdienst anlag.“ Dass das Dörverdener Gotteshaus inzwischen ohne Aufsicht Tag für Tag offen steht, sei der engagierten Kirchendienerin zunächst gar nicht recht gewesen. „Sie ist der Aufgabe einer Küsterin im eigentlichen Sinne gerecht geworden – kommt das Wort Küsterin doch vom lateinischen custos, was Wächter bedeutet“, schreibt Görnandt.

Krippenspiel an Heiligabend besonders schön 

Die Küstertätigkeit habe ihr immer viel Spaß gemacht, erzählt sie. Besonders schön sei jedes Jahr das Krippenspiel an Heiligabend gewesen, der „Pampers-Gottesdienst“ wie Hollunder ihn nennt. „Die Kleinen sind immer sehr nervös und sehr niedlich.“ Ein wunderbares Erlebnis sei es auch gewesen, als einmal der Verdener Kirchenmusiker Tillmann Benfer an der Dörverdener Orgel gespielt habe. „Das war wunderbar.“

Pastoren hat sie im Laufe ihres Dienstes einige kennengelernt: Vertretungskräfte eingerechnet, seien es sicher über zehn gewesen. Wenn sie von ihnen spricht, nennt Hollunder sie „meine Chefs auf Erden“. „Wohl wissend, dass sie, wie wir alle, letztlich einem höheren Chef verantwortlich ist“, schreibt Pastor Rolf Görnandt über die Zusammenarbeit mit Adelheid Hollunder, die sicher nicht immer nur einfach war – denn die lebensfrohe Dörverdenerin nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn ihr etwas nicht passt.

Weiterhin als Zustellerin unterwegs

Auch in ihrem „Unruhestand“ möchte sie – sehr zur Freude der Verdener-Aller-Zeitung – weiterhin als Zustellerin arbeiten. Diese Arbeit übt sie bereits seit 30 Jahren gewissenhaft aus. „Und das werde ich so lange tun, wie Gott mir die Gesundheit lässt.“ Ihr Engagement für alte und kranke Menschen will sie auch in Zukunft fortsetzen.

Und sie hat schon eine Idee, wie sie die zusätzliche Freizeit nutzen wird: „Ich würde mir gerne mal all die schönen Kirchen in der Umgebung anschauen. Und ich möchte unbedingt Tillmann Benfer einmal im Verdener Dom spielen hören.“

Ihrer Nachfolgerin, Heike Gerke aus Barme, wünscht sie viel Glück in ihrem neuen Amt. „Ich hoffe, die Arbeit macht ihr ebenso viel Freude, wie sie mir bereitet hat.“ 

 rei

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