Menschen leiden unter MGH-Schließung / Aber Planungen gehen weiter

Mehrgenerationenhaus Westen: Veggie-Kochbuch statt Volksküche

Eltje Buch, Leiterin des Mehrgenerationenhauses in Dörverden-Westen, schließt die Tür des MGH ab.
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Regelmäßig schaut Eltje Buch nach dem Rechten im MGH, das seit fast einem Jahr für Gruppen und Besucher geschlossen ist.

Seit fast einem Jahr ist das Mehrgenerationenhaus in Dörverden-Westen geschlossen. Viele Menschen leiden darunter. Hausleiterin Eltje Buch macht indes Pläne für die Zeit nach Corona.

Westen – Auch das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Westen ist von der Corona-Krise hart betroffen. Kurse, Kulturveranstaltungen, Vorträge, Seminare, Volksküche und Erzählcafé: Alles fällt seit fast einem Jahr weg. „Seit dem 16. März 2020 ist das Haus geschlossen“, sagt Leiterin Eltje Buch, die den Kontakt zu einigen Stammgästen per Telefon aufrecht hält.

Telefonisch, so sagt sie, finde außerdem noch die eine oder andere Beratung statt. Das funktioniere zwar ganz gut, sei aber letztlich doch kein Ersatz für ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht.

„Aber die Öffnung des Mehrgenerationenhauses ist entsprechend der aktuellen Situation leider nicht möglich“, bedauert Buch. Sie stehe zu 100 Prozent hinter dieser Entscheidung, unterstreicht sie. Aber es belaste sie, dass nicht wenige der Stammgäste unter der langen Schließungsdauer sehr litten. „Es ist nicht schön, Menschen abzuweisen, die mir erzählen, wie einsam und wie alleine sie sind.“

Die Menschen seien enttäuscht, und Buch befürchtet, dass insbesondere ein Teil der Älteren die Hoffnung auf und den Wunsch nach Geselligkeit sogar dauerhaft verlieren wird. „Dieser Zustand hält einfach schon zu lange an. In dieser Zeit brechen wichtige Strukturen weg, an die wieder anzuknüpfen vielen sicher nicht leicht fallen wird.“ Entfielen Aufgaben oder Rituale über einen Zeitraum, werde es für viele schwierig, sich überhaupt wieder aufzuraffen.

Eine Ausstellung ohne Publikum: Eltje Buch zeigt Winteransichten aus der Region.

Wie lange die 40 im MGH aktiven Gruppen noch auf gemeinsame Aktivitäten verzichten müssen, vermag Buch nicht zu sagen. Sie schätzt, dass das Haus noch eine ganze Weile komplett geschlossen bleibt und der Betrieb dann nur peu à peu wieder hochgefahren werden kann. „Für die schrittweise Eröffnung liegt der Verwaltung ein umfassendes Hygienekonzept vor, und ich denke, dass Gruppen wie Montagsmaler, Handarbeitstreff oder Englischkurs aufgrund ihrer übersichtlichen Teilnehmerzahl als erste starten können.“ Die Wiedereröffnung des beliebten Erzählcafés oder der Volksküche ist für Buch indes noch nicht in Sicht. „Ich bin realistisch genug einzusehen, dass hierfür weder die Abstandsregeln noch die Hygienevorgaben einzuhalten sind.“

Für das MGH plant sie daher vorsichtig, macht lieber einen Schritt zurück als einen zu forsch nach vorne. Untätig sei sie aber nicht, sagt sie und verweist beispielhaft auf die umfangreichen Anträge, die sie verfasst hat, um die aktuelle Förderperiode des Bundes für das Haus zu sichern. Darüber hinaus suche sie neue Kooperationspartner für diverse Beratungsangebote und sei mit der Vorbereitung für das zweite MGH-Kochbuch beschäftigt, das die Lust am vegetarischen Essen fördern soll.

Für die Zeit nach Corona hat Eltje Buch bereits Neues im Blick. Dann möchte sie eine Hula-Hoop-Gruppe für Frauen ins Leben rufen und sich Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit widmen.  Von Christel Niemann

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