Ungewöhnliches Konzert mit Cello und Akkordeon begeistert im Kulturgut

Brückenschlag nach Südamerika

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Matias de Oliveira Pinto und Claudia Buder spielten im Ehmken Hoff Stücke für Cello und Akkordeon.

Dörverden - Von Gudrun Euler. Beim zweiten, ebenfalls ausverkauften Konzert des dreitägigen Musikfestivals im Landkreis Verden hatte der künstlerische Leiter und Cellist Matias de Oliveira Pinto die international renommierte Akkordeonistin Claudia Buder ins Kulturgut Ehmken Hoff nach Dörverden eingeladen, mit ihm den Abend zu gestalten. Diese selten gehörte Besetzung baute mit ihrem Repertoire Brücken zwischen klassischer europäischer und südamerikanischer Musik, von Bach bis Piazzolla.

Die beiden international tätigen Musiker zeigten äußerst beeindruckend die vielfältigen Möglichkeiten, wie diese beiden unterschiedlichen Instrumente klanglich verschmelzen oder sich ergänzen. Die Sinfonien Johann Sebastian Bachs, Juwelen der Barockmusik, in dieser Transkription für Cello und Akkordeon zu hören, erschließen die Stimmführung dieser Werke wieder neu.

Auch die „Siete Canciones populares Espanolas“ (Sieben spanische Volkslieder), im Original für Mezzosopran oder Bariton mit Klavierbegleitung, werden aufgrund der wunderschönen Melodien und des einzigartigen Colorits der Stücke gerne auch mit anderen Besetzungen gespielt.

Die Interpretationen von Matias de Oliveira Pinto und Claudia Buder, die die klangschönen Melodien des Cellos, verbunden mit den faszinierenden Klangfarben des Akkordeons, zu einem Erlebnis besonderer Art machten, ließen nicht nur bei diesem Werk keine Wünsche offen.

Mit Astor Piazzollas „Esculosa“ ging es in die Pause und mit der Arie „O Canto da Nossa Terra” (Lied unseres Landes) aus Heitor Villa-Lobos Zyklus Bachianas Brasileiras No. 2 startete der zweite Teil des Abends. Nach einer beeindruckenden Interpretation von Bachs Sinfonia in c-Moll und der in C-Dur war das im Original für Cello und Akkordeon 1988 komponierte Werk von Isang Yun „Intermezzo“ zu hören. Nach Piazzollas „Le Grand Tango“ forderte das begeisterte Publikum dann immer wieder nach weiteren Zugaben.

Ob bei der Musik Astor Piazzollas, der in seinen Kompositionen den traditionellen argentinischen Tango weiterentwickelt hat, oder bei den Werken des Brasilianers Heitor Villa-Lobos, dem populärsten und international bekanntesten Komponisten klassischer Musik seines Landes – Matias de Oliveira Pinto gelang es immer wieder, seine Kammermusik-Partnerin Claudia Buder in den Bann der Musik Südamerikas einzubinden und mit ihr die Brücke zwischen 300 Jahren Musikgeschichte zu schlagen.

Zu erleben waren zwei Musiker, die musikalisch wie technisch keine Wünsche offen ließen und mit ihrer Begeisterung sicher viele Freunde für ihre Instrumente und für diese Besetzung gefunden haben.

Dieser Abend des in diesem Jahr neu geschaffenen „Musikfestivals im Landkreis Verden“ lässt hoffen, dass die Initiatoren des Festivals, neben dem Künstlerischen Leiter Matias de Oliveira Pinto sind das die Musikliebhaberin Dr. Stefanie Mauer und die Leiterin der Kreismusikschule Ulrike Petritzki, weitere Unterstützer in Politik und Wirtschaft begeistern können, um das Festival weiterführen und auch zukünftig renommierte Musiker in die Region einladen zu können.

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