Als Küchenfee glücklich

Thomas Beermanns gelingt Wiedereingliederung in Berufsleben

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Geschirr in die Spülmaschine ein- und wieder auszuräumen, gehört zu den Aufgaben von Thomas Beermann.

„Er ist unsere Küchenfee“, sagt Jutta Schroeder „und für die Einrichtung eine ebenso wichtige wie zuverlässige Hilfe geworden.“ Die Leiterin des evangelischen Kindergartens in Barme spricht von Thomas Beermann. Wenn die Kinder ihr tägliches Mittagessen serviert bekommen, dann ist er für das Drumherum zuständig. Nur die Zubereitung der Mahlzeiten wird im Haus am Hesterberg erledigt.

Dörverden/Barme - Thomas Beermann ist seit Februar vergangenen Jahres in Barme beschäftigt. Durch eine Wiedereingliederungsmaßnahme ins Berufsleben ist er zu seinem eher ungewöhnlichen Job gekommen. Und er hat ihn, wie er sagt, „richtig lieb gewonnen.“

Maßnahmen wie diese sollen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen helfen, wieder in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Das ist nicht immer einfach. Bei dem 46-jährigen, der an einer Depression gelitten hat, scheint es aber gelungen. „Ich bin glücklich“, sagt Thomas Beermann. In der Küche könne er selbstständig viele verschiedene Dinge erledigen und er schaffe das gut. „Ich habe auch einen guten Kontakt zum Team“, sagt er. Das gefällt ihm gut.

Der gelernte Heizungs- und Lüftungsbauer hat lange nach seinem beruflichen Weg gesucht. Er hat in seinem erlernten Beruf gearbeitet und über Leihfirmen als Produktionshelfer die Brötchen für sich und seine Familie verdient.

„Ich habe schon so vieles gemacht. Richtig glücklich war ich nie, aber ich kam immer irgendwie zurecht, jedenfalls so lange, bis mich die Depression mit Wucht eingeholt hat“, erzählt er mit großer Offenheit. Insbesondere der Schichtdienst in einem Verdener Produktionsbetrieb habe ihn sehr belastet „Dort musste alles immer möglichst schnell gehen. Ich benötige für manche Dinge aber Zeit.“

Beermann, der von einem Rehabilitations-Coach der Lebenshilfe Rotenburg-Verden betreut wird, fühlt sich wohl in dem überschaubaren Rahmen der Kita Barme und von Mitarbeiterinnen und Kindern ebenso akzeptiert.

„Wir sind froh, dass wir Herrn Beermann haben. Er passt in unsere Einrichtung. Alle mögen ihn, und er geht überaus umsichtig mit den Kindern um“, bestätigt Schroeder und fügt hinzu, dass die Einrichtung ihre männliche „Küchenfee“ am liebsten dauerhaft behalten möchte, doch offiziell läuft die bereits um drei Monate verlängerte Maßnahme im Sommer aus.

Auch Beermann hofft, dass sein Vertrag nochmals um verlängert wird und vielleicht sogar unbefristet. Denn Probleme mit seinem Tätigkeitsfeld hat der dreifache Familienvater nicht.

Angesprochen auf die hauswirtschaftlichen Aufgaben in der Kita-Küche, schmunzelt Beermann. Er betont, dass es für ihn gar kein Thema ist, als Küchenhilfe zu arbeiten. „Es ist wirklich schön hier. Die Arbeit tut mir gut und die Tätigkeit in einem sozialen Umfeld ist wirklich mein Ding.“ Dass der Arbeitsplatz in Barme von seinem Wohnort Verden aus für ihn etwas umständlich nur mit Bus, Bahn oder bei schönem Wetter auch mit dem Fahrrad zu erreichen ist, stört ihn ebenso wenig. „Die Arbeit strukturiert meinen Tag, das ist ganz wichtig für mich.“ 

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