Theater im Mietshaus

Stedorfer Theaterbühne vergnügt mit der Komödie „Bargstraat 46“

Keine Frage, die Nerven liegen offensichtlich blank.

Stedorf - Von Christel Niemann. Schon zweimal bereitete die Stedorfer Theaterbühne mit der Komödie „Bargstraat 46“ ihrem Publikum sichtliches Vergnügen. Und schon am Sonntag geht es mit gleich zwei Aufführungen weiter.

Zum Geschehen auf der liebevoll gestalteten Bühne sei nach der Premiere nur wenig verraten: Das Mietshaus hat wahrlich schon bessere Zeiten gesehen. Aber der Eigentümer darf aufgrund einer testamentarischen Verfügung die Mieten nicht erhöhen, sodass er kein Geld für dringend erforderliche Investitionen hat. Er möchte den maroden Kasten daher verkaufen, auch wenn er Verständnis für die Sorge der Mieter hat, dass ein neuer Investor das Gebäude abreißen will, um an gleicher Stelle Eigentumswohnungen der gehobenen Klasse zu errichten.

Um dagegen anzugehen, wird eine Mieterversammlung in der Eckkneipe im Erdgeschoss der „Bargstraat 46“ organisiert, die Gastwirt Joost Peters mit seiner Schwester Meta betreibt. Doch die Versammlung ist kein leichtes Unterfangen, da die fünf Mietparteien - ein schwules Ehepaar, eine alleinerziehende Mutter mit ihrer pubertierenden Tochter, ein älteres Ehepaar, ein Frauenheld und eine alleinstehende Esoterikerin - ebenso unterschiedlich wie untereinander zerstritten sind. Außerdem ist da noch Hein Schmidt, der trunksüchtige Kneipendauergast.

Kurz gesagt: Es menschelt gewaltig in der „Bargstraat 46“, wo nach Lust und Laune gestritten, genervt und philosophiert wird und es auch so manches Techtelmechtel gibt.

Es ist ein Terrain, in dem sich die Laiendarsteller spürbar wohl fühlen, sodass das Stück trotz eng umrissener Handlung schnell Fahrt aufnimmt, da es die Akteure spielfreudig mit Witz und Feinsinn umsetzen.

In der „Bargstraat 46“ ist nichts mehr, wie es war. Den Mietern droht die Kündigung. Da wird auch mit esoterischen Mitteln gearbeitet. Fotos: Niemann

Die zwölf Schauspieler haben sich ihre Rollen in den vergangenen Monaten aber auch akribisch erarbeitet; mit viel Liebe zum Detail und mit dem Blick für die Ausstattung: Edgar Frohsinn (Harald Hoops) ist schwul und bevorzugt demgemäß rosafarbene Kleidung, während sein Pendant und Ehemann, Manfred (Frank Kurtz), der Bodenständige ist.

Mindestens ebenso schräg wie Eddie kommt Esoterikerin Bella Wiebe (Martina Brandt) daher, die mit Pendel und viel Trara die Tiefen der menschlichen Seele zu ergründen sucht. Auch Neunmalkluges bietet die Inszenierung: und zwar in der Person der Lehrerin Teresa Winter (Elisabeth Duske), die, gleichsam einem wandelnden Lexikon, sämtliche Mitbewohner nervt. Außerdem sind da noch das kleingeistige und vom Schicksal gebeutelte Ehepaar Koslowski (Inge Siems, Harm-Dierk Otte), Mutter und Tochter Lachmann (Maren Meyer, Adjana Stahmann), Womanizer Hardy (Uli Bindzus), Wirt Joost Peters und seine Schwester Meta (Jürgen Stahmann, Sigrid Kerwat) und natürlich Suffkopp Hein (Arthur Bless), der in bester Schildkröte-Manier für Lacher sorgt.

Ein unterhaltsamer Abend, gepflastert mit Schenkelklopfern und teils deftigen Pointen, der aber auch seine nachdenklich stimmenden Momente hat - die Besinnung auf wesentliche Werte wie Zusammenhalt, Freundschaft und den Mut, in schwierigen Zeiten füreinander einzustehen und da zu sein.

Komödie „Bargstraat 46“ auf der Stedorfer Theaterbühne

 © Niemann
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