Teilnehmer am Motorsägenkurs lernen sicheren Umgang mit Holz und Gerät

„Gefahr wird unterschätzt“

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Ziemlich gefährlich sind Fällarbeiten, wenn sie unsachgemäß ausgeführt werden. Die Teilnehmer des Lehrgangs sind jetzt sicher mit der Motorsäge.

Drübber - Holzspäne flogen durch die Luft und das Geräusch knatternder Motorsägen übertönte das Stimmengewirr. Zu Beginn hatten einige der elf mit Sicherheitsstiefeln, Schnitthosen und Ohrenschützern ausgestatteten Teilnehmer die Geräte noch mit leichter Skepsis betrachtet. Aber dann wollten doch alle endlich selber ran im Basiskurs „Kleiner Motorsägenschein“, den das Tagungshaus Drübberholz am Sonnabend durchführte.

Im Drübberholz wurde unter der fachlichen Anleitung der Gärtnermeisterin und Ausbilderin Friederike Jacobs der richtige Umgang mit der Motorsäge vermittelt. Der Lehrgang war nicht nur für Privatpersonen gedacht, sondern auch für ehrenamtliche Kräfte von Feuerwehr, THW oder Gemeinden, um bei Einsätzen die versicherungsrechtliche Absicherung zu gewährleisten.

„Unfallverhütung ist neben der Vermeidung von Baumschäden ein ganz wichtiges Ziel dieses Kurses“, so Jacobs, die neben der Handhabung der Geräte auch die richtige Schnittschutzkleidung erläuterte. Laut Jacobs wird die Waldarbeit hinsichtlich ihrer Gefährlichkeit oft unterschätzt. „Immer wieder ereignen sich schwerwiegende Unfälle, manchmal auch mit tödlichem Ausgang“, berichtete sie. Dieser Gefahr werde mit Kursen entgegengewirkt, die in Niedersachsen seit einigen Jahren Pflicht sind.

Gestartet wurde mit einer umfassenden theoretischen Unterweisung der Teilnehmer in die Materie und es wurden Kenntnisse über die persönliche Schutzausrüstung, Technik und Pflege der Motorsäge, über Unfallverhütungsvorschriften und Baumfälltechnik vermittelt.

Am Nachmittag folgte für die Teilnehmer im Alter von 20 bis 70 Jahren die eigentliche Waldarbeit und das Erlernte wurde in der Natur in die Praxis umgesetzt. Dabei erläuterte die Referentin den ordnungsgemäßen Umgang mit der Motorsäge und weiteren Werkzeugen. Sie gab wichtige Tipps und verriet auch einige Tricks zur leichteren Handhabung.

Selbst die „Oldies“ zeigten sich noch beeindruckt von den für sie neuen Erkenntnissen. „Da wurde einem manches erst richtig bewusst gemacht“, sagte Roland Wabbel aus Dörverden.

Hans-Heinrich Grahl und Reinhard Windler haben – obwohl schon Jahrzehnte mit Fäll- und Holzarbeiten im Wald betraut – noch Neues hinzugelernt. „Einfache Schnitte und Tricks können die Gefahr um ein Vielfaches verringern“, so das Fazit des Duos, das sich in seiner Heimatgemeinde Oyten ehrenamtlich in der Biotoppflege engagiert. Die Gemeinde hat deshalb die Lehrgangskosten übernommen. Jüngster Teilnehmer war der 20-jährige Leonhard Pralle, der in Zukunft seinem Vater bei der Waldarbeit helfen möchte.

„Die Motorsägenarbeit im Privatbereich boomt. Im Garten ebenso wie beim Holzfällen für den Kamin“, so Jacobs. Als Frau der Praxis wird Jacobs nicht müde zu betonen, dass der ungeübte und sorglose Umgang mit der Motorsäge schlimme Folgen haben kann. Zu den groben Fehlern zählen nach ihrer Auskunft die Spitze des Sägeschwerts zuerst anzusetzen, sodass das Schwert in Richtung Kopf zurückschlagen kann. Auch das Sägen über Kopf sei ein „no-go“, weil dabei das gleiche Risiko bestehe. Gift für die Kette sei außerdem, in den Boden zu sägen, da dadurch das Sägeblatt stumpf werde. „Das passiert aber nicht selten“, weiß Jacobs, die deshalb an Ort und Stelle neben dem Betanken der Motorsäge auch das Schärfen der Sägezähne mit der Feile erklärte.

Nach erfolgreicher Teilnahme bekamen alle Teilnehmer die Zertifikate überreicht, die sie zur Nutzung der Motorsäge am liegenden Holz in öffentlichen Forsten berechtigen.

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