Schiffstaufe der neuen Solarfähre Marie Hoffmann

Technik- und Kulturgeschichte in der Region

Die Moordiecker Jungs und Deerns musizierten vor der schönen Kulisse der Westener St. Annen-Kirche und dem Amtshaus zur Unterhaltung der Gäste auf der neuen Fähre, was beweist, dass sie nicht nur zum Fahrgästetransport geeignet ist. - Fotos: Kattwinkel

Otersen/Westen  - Mehrere hundert Besucher und zahlreiche Ehrengäste, darunter die beiden Bundestagsabgeordneten Christina Jantz-Hermann und Andreas Mattfeldt, ließen es sich nicht nehmen, bei der Schiffstaufe der neuen Solarfähre Marie Hoffmann dabei zu sein, die von Josephine Bening, dem 100.000. Fahrgast, feierlich vorgenommen wurde.

Bevor es aber soweit war, dankte der 1. Vorsitzende des Heimat- und Fährvereins Otersen, Günter Lühning, in seiner Begrüßungsrede allen, die mit finanziellen Zuschüssen oder mit Rat und Tat zur Anschaffung der neuen Fähre beigetragen haben. Er erläuterte dazu auch einige Details zur Förderung und zur Beschaffenheit des schwimmenden Untersatzes. Aber er vergaß natürlich nicht die aktiven Fährleute des Vereins.

„Ohne Fördergelder, Zuschüsse und Spenden würde es keine neue Solarfähre geben – aber ohne unsere über 70 ehrenamtlichen Fährschiffer wären auch gar keine Fördergelder erforderlich. Ohne das ehrenamtliche Engagement von gut 70 Frauen und Männern zwischen 17 und 70 gäbe es keinen Fährbetrieb“, so Lühning.

Gleich beim ersten Versuch ließ Taufpatin Josephine Bening die Sektflasche an der Fähre zerschellen, meisterte die Taufe mit Bravour und wünschte der Besatzung allzeit gute Fahrt.

Anerkennung und Dank dafür zogen sich wie ein roter Faden durch die weiteren Reden. „Heute ist ein guter und schöner Tag. Die dritte Fähre ist ein weiteres Highlight. Auf diesem Platz ist etwas erreicht worden, was die Region belebt“, so Dieter Bergstedt, Ortsvorsteher von Otersen, der den in Urlaub weilenden Bürgermeister der Gemeinde Kirchlinteln, Wolfgang Rodewald, vertrat. „Mit dieser neuen Fähre schreibt der Verein weitere Kapitel Technik- und Kulturgeschichte hier in der Region“, so Dörverdens Bürgermeister Alexander von Seggern.

Landrat Peter Bohlmann stellte fest, dass „die große Herausforderung unserer Zeit, das Trennende zwischen Menschen, Regionen und Staaten zu überwinden, erreicht sei. „Das hat diese zweitkleinste Fähre Deutschlands zwischen Otersen und Westen unter Beweis gestellt“, so Bohlmann.

„Gemeinschaftliche Zusammenarbeit im Aller-Leine-Tal hat das Projekt möglich gemacht. Ohne die EU, die die Anschaffung mit 60 Prozent gefördert hat, gäbe es die neue Allerfähre nicht“, sagte Björn Gehrs, Vorsitzender der Lokalen Arbeitsgruppe (LAG) Leine-Aller-Tal. Abschließend bedankte sich der zweite Vorsitzende des Vereins, Dieter Kerwat, bei Günter Lühning für sein unermüdliches Engagement für die Beschaffung der Fähre. Dessen Frau Renate überreichte er einen Blumenstrauß für ihr Verständnis.

Schiffstaufe der Solarfähre "Marie Hoffmann"

Im Anschluss an die Enthüllung der neuen Fähre, brandete großer Applaus auf. Günter Lühning ging kurz auf das Leben der Namensgeberin Marie Hoffmann ein, der letzten Fährfrau auf der Aller, die man eine typische Trümmerfrau nennen könne, die auf jeden Fall aber eine starke Frau war. Anschließend stellte Lühning im Beisein der Tochter von Marie Hoffmann, Irmgard Rieck, die Taufpatin Josephine Bening vor, die durch ihre Eltern und Großeltern beiderseits der Aller verwurzelt sei. 

Gleich beim ersten Versuch ließ Josephine Bening die Sektflasche an der Fähre zerschellen, meisterte die Taufe mit Bravour und wünschte der Besatzung allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel. Drei Premierenfahrten folgten für Ehrengäste, während die Blaskapelle an Bord der alten Fähre auf der Aller musizierte. Anschließend hatten die Besucher die Gelegenheit mitzufahren. Nach Abschluss der gelungenen Feier fand eine fröhliche SommerAbend-Party statt, bei der die Gruppe „Moordieker Jungs und Deerns“ für die musikalische Umrahmung sorgte. 

kt

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