Defizit in Höhe von 1 ,1 Mio. Euro

Rat steht hinter dem Haushalt

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In Dörverden wurde der Haushalt 2018 einstimmig beschlossen.

Dörverden - Der Dörverdener Gemeinderat hat am Donnerstagabend im Kulturgut Ehmken Hoff einstimmig den Haushalt 2018 beschlossen. Das Zahlenwerk schließt mit einem Defizit von 1.110.000 Euro.

Immerhin: Es liegt um 220.200 Euro niedriger als ursprünglich im Verwaltungsentwurf vorgesehen. „Es stehen auf den ersten Blick nüchterne Zahlenkolonnen im Mittelpunkt. Und doch geht es um sehr viel mehr: Es geht um die Zukunft der Menschen und Unternehmen in der Gemeinde Dörverden, es geht um das Allgemeinwohl“, sagte Bürgermeister Alexander von Seggern in seiner Haushaltsrede.

Dem Beschluss vorangegangen waren intensive Beratungen in den Ausschüssen sowie Anträge der Fraktionen, die das Ziel hatten, das Defizit zu mindern. So wurden zum Beispiel geringere Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten angesetzt. Am Ende stand ein Zahlenwerk, über das niemand besonders glücklich war, mit dem aber sowohl Politik als auch Verwaltung leben konnten.

Kämmerer Günter Ebenthal erläuterte die Eckdaten. So werde im Ergebnishaushalt mit ordentlichen Erträgen in Höhe von 12.412 .800 Euro und Aufwendungen in Höhe von 13.522.800 Euro gerechnet. Die Kreisumlage sei – aufgrund von positiven Entwicklungen aus dem Vorjahr – erheblich gestiegen: 4,25 Millionen Euro müsse die Gemeinde abgeben.

Der Ansatz für Kreditaufnahmen sei auf 400.000 Euro beschränkt, den Rest wolle die Gemeinde mit einem Überschuss aus 2017 decken. Ebenthal erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Rechnungsergebnisse der Vorjahre einen positiven Trend aufzeigten. So bestehe die Hoffnung, dass auch das Ergebnis für 2018 positiver ausfallen könnte, als erwartet.

Doch dies sei kein Grund, sich auszuruhen, sagte Bürgermeister von Seggern. „Absehbare, noch ungeklärte Herausforderungen erfüllen mich mit Sorge.“ Exemplarisch nannte er den Kostenausgleich für die vom Land angekündigte Beitragsfreiheit in Kindergärten sowie die Auswirkungen für den Betrieb der Kläranlage im Umgang mit multiresistenten Keimen im Abwasser und die Frage der Verwertung von Klärschlamm.

Einig war sich der Rat, dass der eingeschlagene Weg beibehalten werden solle. So finden sich im Haushalt 2018 die drei bekannten großen „Brocken“, in die weiterhin investiert werden soll: der Gewerbe- und Industriepark Barme, der Feuerschutz und der Breitbandausbau. 

Adrian Mohr, Vorsitzender der CDU-Fraktion: „Wer in bestimmte Projekte investieren will, muss beim Haushalt Farbe bekennen.“ Walter Franzmeier, Fraktionsvorsitzender der Grünen: „Wir stehen voll hinter dem Projekt in Barme, allein schon, weil die Alternative gewesen wäre, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir müssen da einfach dran bleiben, mutig sein und auch Gegenwind aushalten.“

Aber auch in ihre Schulen will die Gemeinde in diesem Jahr maßgeblich investieren und dabei die Chancen nutzen, die sich aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz ergeben. „In Sachen Bildung wollen wir uns auf keinen Fall kaputtsparen, im Gegenteil. Wir wollen die Schul-Infrastruktur in der Gemeinde noch weiter verbessern“, so Jens Künzler, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Bürgermeister Alexander von Seggern bedankte sich bei seinem Team und dem Kämmerer für die gute Arbeit und bei den Politikern „für die ausnahmslos sachlichen und konstruktiven Beratungen“.

rei

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