Statkraft startet Batteriespeichersystem / Vier Millionen Euro investiert

Power von drei Megawatt

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Mediengruppe Kreiszeitung

Dörverden - Eine neue Epoche der Energieversorgung wurde gestern in Dörverden, am Standort der Statkraft, eingeleitet: Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energie hat gemeinsam mit dem niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel die erste Multi-Megawatt-Batterie im Netzgebiet von TenneT in Betrieb genommen. Die Batterie wird zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

„Der steigende Anteil erneuerbarer Stromerzeugung erfordert flexible Lösungen. Lithium-Ionen-Batterien eignen sich aufgrund ihrer technischen Eigenschaften optimal für den sekundenschnellen Ausgleich schwankender Erzeugung aus Wind- und Solarkraft. Zudem sind die Preise für Batterien rückläufig, was sie für anspruchsvolle Regelleistungsaufgaben interessant macht“, sagt Dr. Pieter Schipper, Leiter Kraftwerksoptimierung und Marktzugang Kontinentaleuropa bei der Statkraft Markets in Düsseldorf.

Der Lithium-Ionen-Speicher wurde am Standort des Statkraft-Laufwasserkraftwerks Dörverden innerhalb von nur zehn Monaten nach Beauftragung in Betrieb genommen. Die Anlage wurde in enger Zusammenarbeit mit der Firma ads-tec entwickelt und ist der erste Multi-Megawatt-Batteriespeicher im Netzgebiet der TenneT TSO GmbH, der drei Megawatt Primärregelleistung liefern kann. Insgesamt hat Statkraf vier Millionen Euro in das Batterieprojekt investiert.

„Besonders zufrieden sind wir mit der kooperativen und vertrauensvollen Abstimmung mit dem Übertragungsnetzbetreiber TenneT und der partnerschaftlichen Abwicklung des Projektes mit unserem Lieferanten ads-tec“, so Schipper. „Dadurch haben wir es rechtzeitig geschafft, die Präqualifizierung für die Erbringung von Primärregelleistung zu erhalten.“

„Wir begleiten die Entwicklung von neuen Technologien aktiv, um neue Lösungsansätze für den Wandel im Bereich der Stromerzeugungsstruktur zu ermöglichen. Daher freuen wir uns, mit dem von Statkraft errichteten Batteriespeicher die erste Multi-Megawatt-Anlage dieser Art in unserem Netzgebiet zu haben. Ihre Qualifizierung für den Regelenergiemarkt ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur stärkeren Systemintegration der erneuerbaren Energien“, so Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung der TenneT TSO. Umweltminister Stefan Wenzel lobte das innovative Projekt: „Ein Meilenstein auf dem Weg zur Energiewende“, betonte der Minister.

Das Lithium-Ionen-Batteriespeichersystem besteht aus drei transportablen und redundant aufgebauten Einheiten mit jeweils über ein Megawatt installierter Leistung zur Erbringung von insgesamt drei Megawatt Primärregelleistung. Die kombinierten Einheiten garantieren eine hohe Verfügbarkeit der Anlage und tragen somit zuverlässig zur Stabilisierung des europäischen Verbundsystems bei. Eine Aufgabe, die vor dem Hintergrund des nach wie vor weiter ansteigenden Anteils erneuerbarer Energien weiter an Bedeutung gewinnt.

Hintergrund

Über Regelenergie:

Regelenergie ist die Energie, die für den Ausgleich von Schwankungen im Stromnetz von den vier Übertragungsnetzbetreibern vorgehalten werden muss. Es wird zwischen positiver

und negativer Regelenergie unterschieden. Erstere wird benötigt, wenn bei kurzfristig ansteigender Nachfrage, mehr Strom benötigt wird. Negative Regelenergie wird abgefragt, wenn ein hohes Stromangebot einer schwachen Nachfrage gegenübersteht. In diesem Fall werden Anlagen, die sich im Regelenergiemarkt befinden, abgeschaltet. Für die Teilnahme am Regelenergiemarkt gibt es eine Vergütung sowohl für die Bereithaltung (Leistungspreis) wie auch für die Bereitstellung (Arbeitspreis).

Des Weiteren wird unterschieden, wie schnell die Energie zur Verfügung stehen muss. Die Kraftwerke der Primärreserve müssen innerhalb der ersten 30 Sekunden Strom liefern oder abschalten, die der Sekundärreserve innerhalb von fünf Minuten. Erst nach einer Viertelstunde muss die Minutenreserve zur Verfügung stehen.

Batteriekapazität im Vergleich

Am Standort Dörverden sind in den drei neuen Containern etwa 14000 sogenannte Lithium-Ionen-Pouch-Zellen installiert, jede mit einer Kapazität von etwa 75 Ah oder 0,28 kWh. „Pouch“ beschreibt die Bauweise der Zellen, diese sind etwa so groß wie ein DIN-A4-Blatt und nur etwa zwei Zentimeter dick. Zum Vergleich: Das iPhone 6 hat einen Akku mit etwa 1,8 Ah, so dass jede der Zellen des Batteriespeichers über die Kapazität von etwa 150 iPhone-6-Akkus verfügt.

In der Summe ist in Dörverden nun umgerechnet die Kapazität von etwas mehr als zwei Millionen iPhone-6-Akkus installiert..

red

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